Um mal ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, warum ich die letzten Tage so auf Hartz IV klopfe, es sind eigene gemachte Erfahrungen mit Hartz IV, Jobcentern, Arbeitsämtern und dergleichen. Diese Erfahrungen möchte ich im folgenden nun einmal niederschreiben.
Drehen wir also die Schraube mal ein paar Jahre zurück ins Jahr 2006. Wir wohnten damals in der Eifel aber mit meinem Job dort war ich nie so richtig zufrieden. Also begab ich mich auf die Suche und bekam in der Nähe einen wie ich meine gut bezahlten Job als CNC-Fräser. Soweit so gut, man konnte sich Vieles leisten, hat in der Zeit einige Sachen auch finanziert, das Leben war schön, weil es einfach diese finanzielle Sicherheit gab.
Dann, es war im Februar 2007. Wir waren gerade auf dem Nachhauseweg vom Frauenarzt, wo wir von der 2. Schwangerschaft von Nadine erfahren hatten, Kevin war da also unterwegs, da passierte es. Ein junger Mann krachte uns mit seinem Wagen ungebremst hinten rein, da er es vorgezogen hatte, Miniröcke am Straßenrand zu begaffen anstatt auf den Verkehr zu achten. Von da an änderte sich das Leben meiner Familie ganz entscheidend.
Das Ergebnis nach zahlreichen Untersuchungen war ernüchternd, die Wirbel zwischen C2 und C7 waren alle krumm und es stand eine Facettendenervierung ins Haus, welche keinen Erfolg brachte und sehr schmerzhaft war. Somit war ich von Februar 2007 bis September 2007 schon mal krank geschrieben, bis im September die luxemburgische Krankenkasse meinte, sie müsste mich wieder gesund schreiben obwohl die Gutachten von deutschen Spezialisten komplett anderslautend waren. Es interessierte die Krankenkasse schlichtweg nicht denn dabei hört man nicht darauf, was Spezialisten aus einem anderen Land sagen.
Somit begann der Spießrutenlauf bei den Ämtern denn es kam ja kein Krankengeld mehr. In der Zwischenzeit bekam ich auch noch die Kündigung vom Arbeitgeber damals, da ich ja schon lange gefehlt hatte. Dumm dabei war vor allem, daß der Arbeitgeber die Kündigung ausgesprochen hatte für Mitte Dezember aber es war ja nunmal erst gerade Anfang Oktober. Ich lief zum Arbeitsamt, die sagten, ich wäre ja noch nicht arbeitslos da ich ja erst auf Mitte Dezember gekündigt wäre. Das Jobcenter sagte, sie müssen zuerst arbeitslos gemeldet sein, daß wir etwas tun können und auch das Sozialamt schob mich ans Arbeitsamt zurück. Das bedeutete also, von nirgendwoher kam in dieser Zeit Geld. Letztenendes haben dann Familie und Freunde uns unterstützt denn Miete usw. liefen ja weiter.
Als ich mich dann im Dezember endlich bei Arbeitsamt einschreiben konnte und die mich auch noch zum Jobcenter schickten wurde schnell klar, was dies bedeutete als der Bescheid kam, zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Viele Dinge wie Finanzierungen und dergleichen sind uns in dieser Zeit um die Ohren geflogen und so hatten wir dazu auch noch einen Berg Schulden. Ich habe also wahrlich eine Vorstellung davon, was es bedeutet, von der Stütze leben zu müssen, weil es gesundheitlich nicht anders geht.
Das Ganze zog sich hin bis in den Januar 2008, da war dann letztenendes die Miete auch nicht mehr tragbar und so zogen wir schweren Herzens zurück an den Bodensee zu meinen Eltern in mein Elternhaus in meine alte Wohnung oben im Haus und da saßen wir nun, meine Frau meine beiden Kinder und ich, 4 Personen in wesentlich beengteren Verhältnissen wo wir vorher, als es uns noch gut ging, immer ganze Häuser gemietet hatten, kleine schmucke Einfamilienhäuser, das Geld war ja immer dafür da. Um Platz für die Kinder zu schaffen haben wir dann eben das Wohnzimmer kurzerhand zum Wohnzimmer, Schlafzimmer und Esszimmer umfunktioniert, damit beide Jungs wie vorher auch ein eigenes Kinderzimmer haben und wir verzichteten auf unser Schlafzimmer.
So richtig bunt wurde es dann hier bei den Ämtern. Auch hier lagen meine Gutachten über meine Unfallverletzungen vor aber die Herren und Damen von den Ämtern gaben mir zu verstehen, daß wenn ich nicht auf die Zähne beisse und bald wieder in Arbeit bin, ich mit Sanktionen zu rechnen hätte denn meine Mitwirkung liesse zu wünschen übrig. Ja ne ist klar, ein kaputter Rücken und wieder in meinen Job zurück. Mir Alternativen aufzuzeigen oder eine Umschulung zu ermöglichen, dafür war ja angeblich kein Geld da. Als wir dann an einem Punkt angelangt waren, wo wir finanziell einfach nicht mehr konnten entschied ich mich, selbst zu handeln. Ich war mittlerweile auf schwere Schmerzmittel eingestellt (Tilidin und Oxycodon im Wechsel, jeder der das kennt, weiß, was es bedeutet) und bin auf Stellensuche gegangen weil es so einfach nicht weitergehen konnte, ich musste handeln denn die Ämter liessen einen ja im Regen stehen.
So bekam ich zum 1.7.2008 meine jetzige Stelle, die ich heute noch immer habe und ich komme gesundheitlich mit der Arbeit gerade so klar aber eben nach wie vor nicht ohne mein Tilidin. Allerdings gewöhnt man sich daran, daß man ständig einen Film im Kopf ablaufen hat und ic habe mich ganz gut arrangiert damit und meiner Leistung tut es auch keinen Abbruch.
Die größte Frechheit war allerdings, als ich beim Arbeitsamt und beim Jobcenter meinen Arbeitsvertrag vorlegte drückte man mir ein Gutachten in die Hand, daß schon 6 Monate zuvor vom medizinischen Dienst des Arbeitsamtes erstellt worden war mit dem Hinweis, daß ich laut Gutachten ja eigentlich gar nicht arbeitsfähig wäre und zuerst einmal umfangreiche Rehamaßnahmen nötig wären, damit ich überhaupt jemals wieder arbeiten könne. Da hat man mich also viele Monate total verarscht und mich mit meiner Familie finanziell an den Abgrund getrieben und das alles, weil ein junger nach Miniröcken lechzender Idiot uns 2007 hinten rein gekracht ist.
Da sitzt Du stundenlang auf den Ämtern rum, wirst blöd angemacht daß Du gefälligst zu warten hättest, wenn Du frägst wie lange es noch dauert um dann durch einen Blick vom Nachbarbüro zum Sachbearbeiter hinein zu sehen, daß der gute Mann im Internet bei Ebay unterwegs ist anstatt seine Arbeit zu machen. Auf den meisten dieser Ämter arbeiten die absolut arroganten Hohlbirnen die einfach keine Vorstellungskraft davon haben, wie es ist, wenn man auf der falschen Seite des Tresens steht, man ist eine Nummer, das letzte Arschloch, der Abschaum der Nation. Und das Ganze, um hinterher festzustellen, die haben Dich belogen und betrogen seit vielen Monaten und auch noch die Frechheit besessen, dir Sanktionen anzudrohen obwohl da das Gutachten von ihrem medizinischen Dienst schon vorlag.
Das ist meine Geschichte und wenn ich nun darüber nachdenke, könnte ich schon wieder in den Tisch beissen. Die Politiker schwafeln und palavern über das Thema Hartz IV ohne auch nur die geringste Vorstellungskraft davon zu haben, was es für Familien wirklich bedeutet. Da labert ein Roland Koch von einer Arbeitspflicht, die er gerne hätte für alle Empfänger und nun der neue Urteilsspruch der nichts besser machen wird.
Darum habe ich hier die ultimative Lösung, wie man das Problem Hartz IV beseitigen kann :
- Zunächst einmal müssen Politiker lernen, was es tatsächlich bedeutet, unterhalb des Existenzminimums zu leben. Das kann natürlich nur funktionieren durch praktische Erfahrung also werden zunächst einmal alle Politiker für 4 Wochen in Hartz IV-Familien integriert um zu sehen, daß nach kurzer Zeit am Ende vom Geld noch so viel Monat übrig ist.
- Nach Abschluß der ersten Lernphase nimmt man den Politikern ihre ganzen Privilegien wie Dienstwagen uws. einfach alles was ihnen lieb und teuer und selbstverständlich steuerfinanziert ist, steckt Sie mit Frau und Kindern in eine Sozialwohnung und stattet Sie mit den “Privilegien” eines Empfänges aus, also mit nichts außer ein paar Kröten. Jetzt sollen die Politiker beweisen, daß man damit leben anstatt vegetieren kann. Vor allem kein Alkohol usw. denn die Hartzis versaufen und verrauchen das Geld ja sonst, wie manche Politiker meinen.
- Ist diese Zeit dann überstanden werden alle Hartz IV-Empfänger zu gleichen Teilen auf die Politiker aufgeteilt zur persönlichen Betreuung. Jeder einzelne Politiker ist nun dazu verpflichtet, seine Empfänger in Arbeit zu bekommen die ein tatsächliches Auskommen sichert, also keine Dumpinglöhne aus Zeitarbeit und dergleichen. Sollte es der Politiker nicht schaffen, so steht er finanziell selber dafür gerade denn er hat ja jahrelang auf Kosten des Steuerzahlers in Saus und Braus gelebt. So kann er dem Steuerzahler wenigstens einen Teil davon zurückgeben.
Genau hier liegt aber der Knackpunkt. Jeder Politiker wird daran scheitern und so wird weiter debattiert, palavert usw. aber die Situation wird sich nie ändern. Schließlich versaufen und verrauchen ja auch die meisten Empfänger das Geld, ja ne ist klar, alle Empfänger sind notorische Säufer und Kettenraucher.
Da hilft es auch nicht, wenn eine Frau von der Leyen sagt, es könne anstatt Geld für den Schulranzen ja auch der Schulranzen selber sein. Ich würde gerne mal ihre 7 Kinder sehen wie die kucken wenn es nichts mehr zu essen gibt aber stattdessen die Anmerkung “Schaut mal den schönen neuen Schulranzen”. Also ihr Hartzis in Deutschland, fresst weiter die Tapeten von den Wänden denn ab spätestens der Monatsmitte bleibt der Kühlschrank weiter leer, es gibt ja neue Schulranzen. Sorry, aber solche Aussagen einer Politikerin die selber 7fache Mutter ist, die gehen gar nicht.
Hast Du ähnliche Erfahrungen machen müssen ? Lass es mich wissen.

Das ist der entscheidende Satz: Unserer Politiker haben leider nicht den blassesten Schimmer vom Leben eines Normalsterblichen. Mein Vorschlag: Politiker sollten selbst mal für mindestens 6 Monate von Hartz IV leben und zwar ohne Nebeneinkünfte. Da würde die Sache schnell anders aussehen ..
Nun, ehrlich. Es ist nicht schwierig 7 Kinder zu haben, wenn die den ganzen Tag von Kindermädchen, Hausmädchen und Putzhilfen betüddelt werden. Und Zensursula hat doch wahrlich genügend Einkünfte und Nebeneinkünfte, um sich das leisten zu können. Ob ihre Kinder sie allerdings überhaupt von Angesicht zu Angesicht kenne, das wage ich nicht zu beurteilen. Ich wünsche ihr, auch mal 6 Monate von Hartz IV zu leben und zwar mit ihren Kindern aber ohne Kindermädchen. Das wär ein Spaß (für uns) …
Hmm vermutlich hat Sie Sich schon daran gewöhnt, daß Ihre Kinder Sie mit Tante anreden.