Emotionsloser Abgang

Mir ist aufgefallen, daß ich den Abgang von Horst Köhler noch gar nicht gewürdigt habe. Nun, dem Mann gebührt Respekt für sein konsequentes Handeln denn offensichtlich sind viele Dinge für Herrn Köhler nicht mehr tragbar gewesen bzw. er wollte diese nicht mehr mittragen und die Konsequenz für den Mann war, sein Amt niederzulegen. Dafür hat der Mann meine Hochachtung selbst wenn ich in der Vergangenheit mit vielen seiner Äusserungen nicht einverstanden war.

Wie geht es nun aber weiter ? Wie fühlt man sich, wie fühle ich mich ? Nun, Emotionen hat es in mir keinerlei ausgelöst als ich erfahren habe, daß Horst Köhler sein Amt niedergelegt hat und verwundert war ich auch nicht. Sicherlich ist es das erste mal, daß ein Bundespräsident den Dienst quittiert aber für mich ist der Bundespräsident irgendwo ein Inhaber eines politischen Amts wie andere Politiker auch und es kommen und gehen welche, was soll es. Geht einer, kommt ein neuer und das Rad beginnt sich von Neuem zu drehen.

Verschwindend gering von der Wichtigkeit her empfinde ich die Tatsache, ob man das neue Kind nun Wulff oder Gauck taufen wird. Mir persönlich kann es egal sein denn mein Leben ändert sich dadurch in keinster Weise, es würde sich nicht mal ändern vermute ich stark, wenn Deutschland gar keinen Bundespräsidenten mehr haben würde. Ja ja ich weiss, es ist das höchste Amt in unserem Staat. Darum muß ich diesen Posten aber noch lange nicht als wichtig empfinden. Ich gehe davon aus, daß unsere Regierung selbst unter einem Gauck alles durchdrücken wird, was gerade beliebt, also egal im Endeffekt, wie der Gewinner der Wahl heissen wird.

Spannend werden andere Dinge sein, zumindest für mich. Spannend dahingehend, wie sich die Sparmaßnahmen der Regierung auf unseren Geldbeutel auswirken werden. Dagegen hat die Wahl des neuen Bundespräsidenten für mich geradezu Sandmännchen-Charakter.

Sei es drum, die Damen und Herren Politiker werden ihre Wahl treffen und Deutschland wird es mehr oder weniger emotionslos schlucken wie Deutschland alle Entscheidungen immer schluckt. Ändern kann es der Bürger sowieso nicht, warum also Energie dahingehend verschwenden, sich aufzuregen.

Mich wird die Wahl und der neue Bundespräsident völlig kalt lassen.

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2 Kommentare

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  1. blackwolf

    Hallo Alex,
    natürlich war es nicht mehr für Ihn tragbar. Er hatte sich leider auch seinen kompletten Mitarbeiter-Stab vergrault. Er besaß keinen Rückhalt mehr. Und egal wie viel man vom Amt des Bundespräsidenten (BP) halten mag, genau solche Aussagen sind diesem Amt nur in einer Weise würdig! Das man sich damit auseinander setzt. Die “Politik” hat mit vielen Tagen Verzögerung intrigiert. Die Zeit hätte er gehabt. Schade das es im am Vermögen dazu fehlte.

    Ja, das Rad dreht sich, allerdings soll der BP überparteilich und breit akzeptiert sein. Damit er das “Gewissen” in der Politik sei. Ansonsten könnte das so wie so nur repräsentative Amt als ein verlängerter Arm der Bundespolitik mißbraucht werden.
    Aber ansonsten bin ich voll und ganz Deiner Meinung. Ich würde allerdings gerne den BP auch durch das Volk wählen lassen.

  2. Wenn man den Eid liest, den der alte und dann auch der neue Bundespräsident, ebenso die Bundeskanzlerin leisten, der im Grundgesetz steht: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“ (Art. 56 GG). Er kann den Eid auch ohne religiöse Beteuerung ableisten… demnach müssten alle zurücktreten. “Dem Wohle des deutschen Volkes”, dem man Alles nur nimmt, widerspricht sich das nicht mit dem Eid?

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