Es steht völlig ausser Frage, daß die Stadt Radolfzell sehr darum bemüht ist, das Stadtbild zu verschönern und die Infrastruktur zu verbessern.
Was die Infrastruktur anbelangt, so ist das Einkaufen durch die Zuwanderung von Kaufland usw. wirklich ein Schritt in die richtige Richtung.
Man kann gerade zu Kaufland zwar stehen wie man will denn es wird ja gemunkelt, daß Angehörige von Scientology bei Kaufland die Finger im Spiel haben, allerdings ist Kaufland bei uns eben trotzdem von den Preisen her unschlagbar günstig.
Auch vom Markthallenareal an sich sind die meisten begeistert und es ist in den Augen vieler Bürger ein wahrer Prachtboulevard entstanden.
Alles in allem hat sich das Stadtbild sehr verändert, in meinen Augen zwar nun ohne jeglichen Flair aber den meisten gefällt es eben so.
Den neuesten Coup konnte die Stadt landen, indem das Gelände am Bahnhof für ein paar Millionen gekauft wurde um dort mit dem Ausbau der Infrastruktur weiterzumachen und auch Wohnungen zu bauen. Man musste zwar im nachhinein feststellen, daß dort so viele Altlasten lagern und eine Bebauung für Wohnungen nicht möglich ist, da die Altlastenentsorgung zu teuer wird aber ich bin guter Dinge, daß der Stadt eine andere Verwendungsmöglichkeit einfällt wie Parkflächen oder dergleichen.
Was mich allerdings schockiert ist etwas, wovon ich heute das erste Mal gelesen habe.
Radolfzell hat ja ein altes Kasernenareal, wo während der Besatzungszeit die Franzosen waren. Nun vermutet das Bauamt, daß aus dieser Zeit noch explosive Hinterlassenschaften dort lagern und darum ist ein bestimmter Bereich mit einem völlig maroden Zaun umfriedet. Die Sanierung des Zauns soll nun 20000 Euro kosten.
Was ich sehr komisch finde, die Stadt schmeisst Millionen zum Fenster hinaus für alles Mögliche. Ich erinnere nochmal in diesem Zusammenhang an die Stadthalle, die man bauen wollte, wo die Planung seinerzeit Millionen gekostet hat und die Halle dann doch nicht gebaut wurde. Andererseits ist die Stadt bisher nicht bereit, dieses Stück in der Kaserne endlich zu sanieren und von den Hinterlassenschaften zu befreien. Auch unverständlich, daß so ein Bereich lediglich durch einen Zaun geschützt ist anstatt hermetisch abgeriegelt. Nicht auszudenken, wenn dort durch spielende Kinder etwas passiert.
So etwas ist ein nicht hinnehmbarer Zustand und die Stadt sieht sich hier in der Verantwortung.
