Infos vom Bodyguard

Der Südkurier lieferte mir mal wieder eine Steilvorlage zu einem Artikel. Einer Meldung zufolge schreibt der Südkurier: “Radolfzell – Rund 250 Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren haben sich zum Bezirkstag der Konfirmanden am heutigen Samstag in Radolfzell angemeldet. Zwischen 14 und 21 Uhr werden die Jugendlichen in der Christuskirche unter dem Motto „Frieden stiften – oder stiften geh’n!“ das Thema der Gewaltprävention behandeln. ”

Zum Thema Gewaltprävention habe ich eine kleine Anekdote aus der Vergangenheit im Zusammenhang mit Objekt- und Personenschützern.

Ich dürfte so ungefähr 18 gewesen sein, da spielte ich in einer Band oder besser gesagt, ich war dort der Schreihals am Mikro. Da wir aufgrund unseres Kraches im Proberaum dorfbekannt waren, haben uns die Dorfbewohner immer etwas komisch angeschaut. Wir waren ja auch die bösen Buben mit unseren Lederklamotten und der grauenvollen Musik.

Karneval stand vor der Tür und wie die Jahre zuvor gab es auch damals keinen Ball am Freitag Abend, da sich einfach niemand gefunden hatte, der in der Halle etwas machen wollte. So nutzten wir die Gelegenheit und kontaktierten den Ortsbürgermeister um ihm mitzuteilen, daß wir gerne am Faschingsfreitag in der Halle spielen wollten in Verbindung mit Musik aus der Konserve. Also sozusagen auch eine Tanzveranstaltung im weitesten Sinn.

Gesagt getan, die Veranstaltung wurde genehmigt allerdings mit der Auflage, daß der ortsansässige Musikverein die Bewirtung übernimmt und dafür den daraus entstehenden Erlös kassiert. Zusätzlich sollten wir noch 500 DM (ja damals waren es noch DM) Hallenmiete bezahlen und wir mussten einen richtigen Sicherheitsdienst engagieren. Also so richtige Typen mit Schlagstöcken und Schutzhunden.

Alles kein Problem, denn schließlich durften wir ja die Eintrittsgelder an diesem Abend behalten, da sollten Hallenmiete und Kosten für den Sicherheitsdienst locker drin sein. Dachten wir zumindest.

Es kam wie es kommen musste, der Sicherheitsdienst schickte solche Anfänger zu uns, die haben die Gesamtsituation völlig falsch eingeschätzt und durch ihre unnötigen mehrfachen Hundeeinsätze die Veranstaltung kaputt gemacht und auch noch grundlos unsere Gäste bedroht. Für diese grandiose Leistung konnten wir dann rund 1200 DM an die Sicherheitsdeppen abdrücken, hatten aber nur rund 900 DM an Eintrittsgeldern in der Kasse. Wir mussten also schon mal aus unserer Tasche draufzahlen und die Hallenmiete kam ja auch noch.

Glücklicherweise hatte der Ortsbürgermeister damals ein Einsehen mit uns jungen Leuten und wir mussten die Hallenmiete nicht bezahlen, nachdem wir ihm die ganze Geschichte plausibel erzählt haben und so haben wir nicht gerade so viel Lehrgeld zahlen müssen.

Das Fazit damals : Nicht jeder der sich Sicherheitsdienst nennt, verbreitet auch Sicherheit sondern eher Chaos und hohe Kosten noch dazu.

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