Das Geschwür bedingungsloses Grundeinkommen

Eine hitzige Diskussion gestern bei Facebook mit ein paar blauäugigen Weltverbesserern und Verfechtern des bedingungslosen Grundeinkommens haben mich dazu veranlasst, mal einen Artikel und meine Meinung dazu zu schreiben.

Vorneweg muß ich erwähnen, daß diese Diskussion vor allem deswegen hitzig wurde, weil einerseits auf die Schiene abgedriftet wurde, daß plötzlich Dinge in mich, meine Kinder und meine Frau hinein interpretiert wurden, die einfach unwahr sind und schlicht zusammengereimt und auf der anderen Seite drehte es sich dann auch noch um Rationalisierung und Automation in der Industrie und hier wurden Aussagen von Leuten getroffen, die sich Fachwissen in meinem Metier anmaßten, welches sie aber schlichtweg nicht haben da genau diese Personen nicht mal im Ansatz Ahnung von dieser Sparte haben. Ich komme aber später im Verlauf des Artikels näher auf die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Rationalisierung und Automatisierung zu sprechen denn zunächst geht es einmal um das bedingungslose Grundeinkommen an sich.

Irgendwelche Leute haben den Grundgedanken vor vielen Jahren mal erfunden und aktuell ist dieses Geschwür von den lieben Weltverbesserern wieder ausgegraben worden.

Das lasse ich nun erstmal so im Raum stehen.

Nun gibt es ja die uns allen bekannten Hartz-IV-Empfänger. Davon gibt es solche und solche. Die Einen können nicht arbeiten, da sie krank sind oder aus anderen Gründen dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen und dann gibt es da noch die anderen, die einfach nicht arbeiten wollen weil es doch viel cooler ist, sich aushalten zu lassen vom blöden Steuerzahler. Sollen doch mal die anderen es richten.

Nun soll also das Grundeinkommen auf den Weg gebracht werden. Auch noch ohne jegliche Bedingungen. Ich werde es im Folgenden nur noch als das Geschwür bezeichnen.

Eben genau dieses Geschwür schwebt nun den Weltverbesserern als Universallösung vor. Sie wird auch so richtig schön die Faulheit fördern und die Drückeberger in ihrer Einstellung bestätigen. Natürlich soll das Geld vom Staat kommen, wie könnte es anders sein.

Wow, starker Tobak, was der Alex hier vom Stapel lässt.

Nun, wenn ich von diesem Geschwür höre oder lese überkommt mich der Brechreiz. Woher kommt das ? Gehen wir in der Geschichte von Deutschland mal ein Stück zurück. In den Zeiten in denen der Grundstein dafür gelegt wurde, damit Deutschland auf dem technologischen Stand von heute ist, wäre es niemand eingefallen, daß man ein Geschwür erschafft, wonach kein Mensch mehr um sein Auskommen Angst haben muß. Die Leute waren voller Tatendrang und haben Deutschland technologisch in vielen Bereichen zu einer Macht geführt. Andernfalls wären wir vielleicht heute ein Entwicklungsland.

Das war natürlich lange vor meiner Zeit. Dann irgendwann erblickte der Alex das Licht der Welt und es wurde ihm von seinem Vater stets vorgelebt, daß man es nur durch Leistung zu etwas bringt und auch nur das etwas wert ist. Gut, wer reich geboren ist kann ja nix dafür aber selbst erschaffener Wohlstand ist einfach mehr wert. Ich verinnerlichte den Wert des Schaffens und mit jedem kleinen Schrittchen vollzog ich meinen Reifeprozess.

Als ich dann irgendwann auf dem Arbeitsmarkt aufgeschlagen bin merkte ich recht schnell, was mein alter Herr mir immer gepredigt hat und das Prinzip der Leistung wurde mir vollends klar. Du bist eine Nullnummer, kannst aber gut Arschkriechen, das geht kurze Zeit gut und der Arschkriecher ist enttarnt oder du bist wirklich gut und hast Erfolg. Und Erfolg spiegelt sich auch im Gehalt wider, jedenfalls habe ich die Erfahrung gemacht.

So lebe ich heute und bin der Ansicht, daß Leistung und Können sich auszahlt. Es genügt einfach nicht, unter vielen Bewerbern lediglich in der Masse des Durchschnitts zu versinken sondern man sollte dem Arbeitgeber schon einen Mehrwert bieten können und das kann eben nur Leistung sein. Deswegen sind Fachkräfte und Spezialisten auch an vielen Stellen nach wie vor händeringend gesucht.

Nun kommt wieder das Geschwür ins Spiel. Das Geschwür soll nun dafür sorgen, daß eigentlich niemand mehr zu arbeiten braucht, da ja jeder sein Auskommen durch den Staat hat. Was wird also passieren ? Die Drückeberger werden noch mehr werden da der Spießrutenlauf bei den Ämtern ja dann entfällt und die deutsche Wirtschaft wird langsam vor die Hunde gehen da der Fachkräftemangel weiter zunehmen wird. Das wesentlich größere Problem als fehlende Stellen ist, daß für die offenen Stellen schlichtweg die Fachkräfte fehlen, junger Nachwuchs, welcher qualifiziert genug ist, im hochtechnologischen Umfeld zu arbeiten. Heute dagegen ist es cooler zu chillen als sich den Arsch aufzureissen und zu lernen. Hinterher dann aber rumheulen, daß man nur einen Hungerlohnjob bei Lidl und Konsorten bekommen kann und der Arbeitsmarkt etwas gegen einen hat.

Im Rahmen der gestrigen Diskussion wurde auch das Monster Rationalisierung und Automatisierung angesprochen. Wie ich schon erwähnte ausgerechnet von Leuten, die weder aus der Industrie kommen, noch im Ansatz kompetent in diesem Thema sind. Nein, diese Leute springen einfach aus Prinzip gerne auf den Panikzug auf, den irgendwelche Schwachmaten auf die Reise geschickt haben. Klar hat die Automatisierung mit all ihren Produktionsstraßen in der Vergangenheit viele Arbeitsplätze in Deutschland vernichtet. Das ist eine Tatsache und nicht wegzuleugnen. Die Industrie war der Meinung, daß man Menschen durch Maschinen ersetzen kann. Dann irgendwann kam aber der Zeitpunkt an dem man erkannte, daß es in vielen Bereichen eben doch nicht so wirklich funktioniert und so arbeiten heute wieder Menschen in vielen Bereichen.

Vor allem die kleinen und mittelständischen Betriebe sind es, die auch heute hochprofitabel arbeiten und bei denen es auch in Zukunft undenkbar sein wird, die Mitarbeiter durch Maschinen zu ersetzen. Gerade in der Fertigung von Prototypen, Einzelanfertigungen und Kleinserien ist eine Automation nicht profitabel und oft genug nicht durchführbar sondern es bedarf der Facharbeiter und Spezialisten, die diese Jobs erledigen. Auch der Bereich der reinen manuellen Fertigung erlebt eine wahre Neugeburt da sich gerade im Bereich vieler Modifikationen an bestehenden Teilen nicht einmal mit CNC-Technik wirtschaftlich arbeiten lässt und nur der Einsatz von konventionellen Maschinen sinnvoll ist. Dieser ganze Mix den ich im Beruf tagtäglich erlebe sind ein Garant dafür, daß der Mensch in vielen Industriebereichen niemals verschwinden wird und alles andere ist reine Panikmache.

Auch jetzt tritt das Geschwür wieder auf den Plan. Da hat man sich also jahrelang den Arsch aufgerissen um es zu etwas zu bringen und sich selber sagen zu können, geil Junge, du kannst etwas und dann soll das alles für den Arsch gewesen sein weil Leistung plötzlich nicht mehr wichtig ist weil aus der Mode gekommen, wir haben ja jetzt das Geschwür. No Way. Vor allem, WIE DUMM muß man sein zu glauben, das Geschwür würde jemals in einer Höhe bezahlt werden, daß man damit angenehm leben kann.

Nicht daß hier ein falscher Eindruck entsteht. Die Leute die nicht arbeiten können, wirklich nicht können, die sollen unterstützt werden und ich habe nichts dagegen, wenn dies in einer Höhe geschieht, daß man von einem Leben reden kann und nicht vom dahinvegetieren. Eine Krankheit oder sonstige besondere Situation kann es immer geben. Auch ist mir bewusst, daß es durchaus Leute gibt, die einfach nicht mehr vermittelbar sind. Das alles ist mir bekannt und diese Leute sollen auch unterstützt werden. Meinetwegen auch durch das Geschwür wenn man es denn so taufen will. Auch ohne Bedingungen.

ABER es gibt ja noch die andere Spezies. Die Drückeberger. No Way. Die haben gar nix zu bekommen. Kein Geschwür, kein Hartz und wie man die Kinder noch taufen will. Die sollen endlich den Finger aus dem Arsch nehmen und etwas beitragen. Und daß diese Assis jetzt durch das Geschwür auch noch einen Freibrief bekommen sollen, da soll eher in der Hölle das Licht ausgehen. Drückeberger sind der Abschaum aller Bürger in Deutschland. Was zu grßen Teilen aus den Kindern dieser Drückeberger wird liegt ebenfalls auf der Hand. Sie bekommen es ja jetzt schon tagtäglich von deren Eltern vorgelebt, daß der Staat ja für einen sorgt.

Ist ja schön, daß mir dank meiner Arbeit das Geschwür dann auch zustehen würde und das sogar noch zu meinem Lohn dazu. Das will ich gar nicht haben ich komm auch so klar und genügend andere Fachkräfte haben ebenso ihr Einkommen und Auskommen. Wie auch mir nichts geschenkt wurde erging es vielen Leuten aber man war eben nicht faul und hat sich den Arsch aufgerissen und die Drückeberger sollen belohnt werden. Das ist etwas, das kann nicht sein und darf es nicht geben.

Ich hoffe inständig, daß die ganzen Weltverbesserer und Verfechter des Geschwürs damit baden gehen und Schiffbruch erleiden. Es zählt einzig und allein Leistung und die zahlt sich aus.

Somit erhält das Geschwür von mir offiziell einen neuen Namen : Bedingungsloses Grundeinkommen in nachprüfbaren Einzelfällen nach Bedürftigkeitsprüfung.

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43 Kommentare

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  1. mrnorgeman

    Eine Gesellschaft, in der Menschen systematisch ausgegrenzt werden, ist für mich das wahre “Geschwür”. Anderen zu geben, will man als Mensch allerdings erst einmal gelernt haben. Verständlicherweise klingt das für einen autoritär erzogenen Menschen, wie vermutlich auch Sie einer sind, nach einem “roten” Tuch. Da Kopfmenschen überzeugt werden wollen, genügt daher auch nicht ein Gefühl des Altruismus für den Wunsch nach gesellschaftlichem Wandel.

    Wie ich daher hoffentlich zu recht vermute, finden Sie demnach auch unsere Abgabenlast und unser Steuersystem als zutiefst ungerecht. Schon der Blick auf die Differenz zwischen Netto und Brutto am Monatsende tut jedem weh (trotz FDP :D .
    Eine allg. Konsumsteuer anstelle des aktuellen Steuerbürokratieberges würde für jeden Unternehmer die Last nehmen, Steuern zahlen zu müssen, ohne sein Produkt verkauft zu haben. Auch würde sich durch den Wegfall von der Lohnsteuer auf die menschl. Arbeit das Preisverhältnis von Mensch zu Maschine wieder verbessern. Das liegt daran, dass menschl. Arbeit durch den Wegfall einer “Arbeits”-Steuer günstiger würde, während die Konsumsteuer alle (also auch die maschinell erzeugten Massenprodukte) beträfe. Das ist doch ein zutiefst konservativer Gedanke, denn nun KANN endlich jeder Mensch wieder leisten, wie Sie es ja fordern.

    Wenn man natürlich nun ausschliesslich auf den Konsum besteuert wird, besteht keine Möglichkeit mehr, einen Steuerfreibetrag geltend zu machen. Nichts anderes ist daher das bedingungslose Grundeinkommen. Diese Ideen stammen allesamt aus Herrn Werners “Einkommen für alle”, dass ich Ihnen hiermit nur bedingungslos ;) empfehlen kann.

    Es geht nicht darum, ein paar “faule Sozialabzocker” durchzuschleifen, es geht darum eine Antwort für die Probleme der postindustriellen Gesellschaft zu finden, Herr Kempe. Dazu gehört auch ein gewisser Horizont, dem solche Polemik vom “Geschwür” nicht gerecht wird.

  2. Ich wusste gar nicht, daß meine Erziehung autoritär war. Laissez faire wäre für den bei uns gepflegten Erziehungsstil der richtige Begriff und trotzdem wurden wichtige Werte vermittelt.

    Daß wir Steuern und Abgaben bezahlen empfinde ich als normal und gerecht allerdings die Höhe derer ist immer diskussionswürdig.

    Ob mir von Leuten wie Ihnen im Übrigen Polemik vorgeworfen wird, hat für mich keinerlei Relevanz denn es kümmert mich nicht die Bohne.

    Ich habe meine Meinung und die lasse ich mir von niemandem streitig machen.

  3. Eine Idee für mehr Freiheit, Demokratie und Menschenwürde als “Geschwür” zu bezeichnen wirkt auf mich faschistoid.
    Ein “Geschwür” haben wir bereits in unserer Gesellschaft, wie mein Vor- Vorredner m. E. richtig erkennt – dass Menschen systematisch ausgegrenzt werden; dass die Schere zwischen arm und reich (ob gewollt oder ungewollt) immer weiter auseinanderklafft. Das ist ein Geschwür.
    Und dein ganzer Beitrag. ;-)

  4. rr

    Die HartzIVler perse sind Menschen, die dadurch dazu werdeb, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren und binnen Jahresfrist (55+ ausgenommen) keinen neuen finden. Die Zeiten, wo Leistung darüber entschied, ob man noch Arbeit findet, von der man leben kann, sind längst vorbei. Vor Fünfzehn Jahren hätte ich Dir da (bedingt) zugestimmt – heute nicht mehr. Heute wird man nach einem Jahr Arbeitslosigkeit zum Abschaum degradiert. In die Kerbe des faulen Arbeitslosen zu schlagen, ist unsachlich und unrichtig, weil der assoziale VorzeigehartzIV-Empfänger viel mehr die Minderheit darstellt.

    Über die Ausgestaltung des Grundeinkommens und deren soziale Auswirkung auf die Arbeitsmotivation ist sicher disktuabel. Die Zeiten, wo jeder seinen sicheren Job hatte, waren mitunter die produktivsten. Ich halte von daher auch dieses Argument pauschal über den kamm geschoren und für falsch.

    Unabhängig davon mutet Deine Wortwahl tatsächlich sehr polemisch an.

  5. Es steht dir frei Herr ForMoreDemocrazy es als faschistoid zu bezeichnen oder wie immer du magst, ist mir schnuppe. Ich hab dich auch lieb.

  6. rr: die Zeiten sind nicht vorbei, wo man durch Leistung Arbeit findet. Hier bei uns nicht und in vielen anderen Gegenden auch nicht. Ich habe es am eigenen Leib erfahren und viele Bekannte ebenso.

    Jetzt mal an alle Leser pauschal : Ich habe nie pauschal alle Hartzis und Arbeitlosen als faul oder als Drückeberger degradiert. Wenn einige zu blöd zum Lesen sind ist das nicht mein Problem aber hört auf damit, mit irgendwelche Scheißhausparolen anzudichten.

    Ich habe meine Meinung und die behalte ich und keiner ist auch nur ansatzweise in der Lage, mir diese streitig zu machen.

    Haltet es für Polemik oder sonstwas, ist eure Sache, für mich ist das Grundeinkommen Müll. Basta.

  7. Ich finde es schon witzig, daß gewisse Kommentatoren noch nicht mal die Eier haben, unter ihrem realen Namen zu schreiben, stattdessen verschanzt man sich hinter einem Pseudonym. Lächerlich. Lest aber diesmal richtig, ich betone ausdrücklich “GEWISSE Kommentatoren”.

  8. mrnorgeman

    Im Internet ist doch ein Pseudonym vollkommen ausreichend.

    Schön, dass es tatsächlich zu einem Gedankenaustausch gekommen ist. Danke an den Blogger. Natürlich steht es jedem frei zu glauben, was er will.

    Ob autoritäre Erziehung hin oder her, ich glaube schon, das es soetwas wie eine Prägung aus dem Elternhause gibt – um respektvoll Ihren erfolgreichen Vater erwähnen.

    Da prinzipiell alle Menschen biologisch gleich auf diese Welt kommen, ist ein Mensch, der sich völlig unambitoniert in der Welt von Hartz einrichtet, eine Bankrotterklärung der Gemeinschaft.

    Vielmehr ist es Aufgabe der Gesellschaft, LEISTUNGSFÄHIGE Sprösslinge heranzuziehen. Deshalb darf Bildung, Sport, Aufklärung und Prägung von Ethik und Moral durch die Gemeinschaft in öffentlichen Schulen, Vereinen etc. als oberstes Primat dieser bezeichnet werden. Noch mehr Hartz4 wird auf Dauer das Abrutschen dieser untersten Gesellschaftsschicht zementieren. Und DAS können wir uns (auch finanziell) nicht leisten. Ich hoffe Sie können mir hierbei wenigstens zustimmen – ansonsten ist mir das auch *schnuppe*.. :)

    Ob das BGE in Verbindung mit der Konsumsteuer die Allheillösung ist, sei dahingestellt – aber bisher ist mir kein intelligenterer Ansatz untergekommen.

  9. Kinnal

    Hallo Alex, was würdest du denn arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?

  10. Kinnal das kann ich dir genau sagen, ich würde genau das Selbe tun wie jetzt auch und in der selben Firma denn ich liebe meinen Job dort. Abgesehen ist ja für mein Einkommen gesorgt, ich sorge selber dafür.

  11. mrnorgeman: Natürlich findet im Elternhaus ein Prägung statt deswegen habe ich ja auch schon mehrfach geschrieben daß es sehr bedenklich ist für den Nachwuchs, wenn denen von den Eltern ein tolles Leben unter Hartz IV propagiert wird.

    Das mit der Bankrotterklärung kann ich so unterschreiben. Ich unterstütze auch die Punkte wie Bildung, Sport, Ethik, Moral etc. allerdings wird hier das Grundeinkommen nichts ändern denn im Endeffekt ist damit zu rechnen daß dadurch die bisherigen Leistungen wie Kindergeld etc. komplett gestrichen werden und das Grundeinkommen alle staatlichen Leistungen abdecken soll in einer Höhe nicht höher als ein HartzIV-Mensch jetzt hat, eher darunter. Was soll sich also ändern ? Mehr Geld haben dadurch viele nicht nur eben die Drückeberger haben keinerlei Sanktionen mehr zu befürchten.

    Die Sache ist ja die. Ich habe nie geschrieben, daß es Tonnen an Drückebergern gibt aber wenn es selbst nur ein geringer Prozentsatz aler Empfänger ist, die sich drücken, dann kann man diesen Personen durch das Grundeinkommen keinen Freibrief ausstellen. Das ist der ganze Hintegrund, warum ich ein strikter Gegner des Grundeinkommens bin zumindest nicht, solange es bedingungslos und ohne jegliche Prüfung ausbezahlt wird.

  12. mrnorgeman

    Geehrter Herr Kempe,

    Ihre Bedenken kann ich gut nachvollziehen, auch für mich ist die Nagelprobe, ob die Menschen das BGE annehmen und wachsen oder es lediglich ausnutzen werden, noch nicht erbracht. Ich bin allerdings guter Dinge und das hängt wohl mit meinem Menschenbild zusammen oder sowas .. :) Gestern hatte ich eine anregende Begegnung:

    Am Abend war ich im Hafen von La Rochelle, und sah dort eine große Schar von Leuten die sich um einen Zauberer gruppiert hatte, der die ganze Gruppe mit seinen Tricks in Atem hielt und zum Lachen brachte. In vorderster Reihe saßen bestimmt ein Dutzend Kinder, die mit leuchtenden und verklärten Augen der Vorstellung folgten und Anteil nahmen.

    Ich spekuliere mal, dass dieser Herr Zauberer in Deutschland von Hartz4 leben (vlt. ist er ja aber auch CEO :D ) und er wahrscheinlich sein Trinkgeld nicht dem Finanzamt meldet würde. Mit dem Grundeinkommen wäre das vollkommen egal, den niemand würde Sie hindern, weiterhin Ihren Traumjob zu tätigen, während andere dann ihrerseit ihren Traumjob haben könnten – klar finanziell auf niedrigerem Niveau, jedoch ohne als Hartz4ler gedemütigt zu werden.

    Nun seh’ ich ein, das der gesellschaftl. Bedarf an Zauberern relativ niedrig ist ;) Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, das es sehr wohl eine Vielzahl von Menschen gibt, deren Veranlagung und Talent allen zu Gute kommt, die jedoch unglücklicherweise in unserer Gesellschaft nicht annähernd wie “seriöse” Arbeit remuneriert werden.

    Ich habe auch nichts gegen Reiche oder Vermögende, noch besser, wenn sie aufgrund ihrer eigenen Leistung diesen Wohlstand erworben haben. Ich unterstütze auch daher die Reichensteuer und Vermögenssteuer der Linken nur bedingt, da es ja wie eine Bestrafung von Erfolg wirkt.

    Es verwundert nur zu sehen, dass in Zeiten des absolut und relativ höhsten Bruttosozialproduktes aller Zeiten, wir uns es nicht sollen leisten können, das EXISTENZMINIMUM für jeden unserer Bürger BEDINGUNGSLOS zu gewährleisten. Wo ist das Problem?

    Vermutlich wäre es gesellschaftlich akzeptanzmässig überhaut gar kein Problem ein BGE einzuführen, würde es nicht diese kleine Gruppe von Menschen geben, die sich in der sozialen Hängematte ausruhen. Nur welchen Anreiz kann man geben, dass diese Menschen sich aufraffen? Und warum sollte der aktive Teil der Gesellschaft deshalb auf gesellschaftliche Veränderungen verzichten? Ist diese kleine Gruppe wirklich so relevant? Das sich auch eine riesige Kontrollbürokratie lohnt?

    Ich seh’s mal so – heute kann man sich schon eher mit der Begründung hängen lassen, es gäbe keine Arbeit, man hätte alles versucht – mit BGE gäbe es dann aber keine Ausrede mehr sich nicht zu verwirklichen (und sei es als Zauberer für Kinder und Urlauber!).

    Und – sorry das ich Ihren Blog so füll.
    Gruß – mrnorgeman

  13. Bis 1976 hatten wir doch schon eine Art bedingungsloses Grundeinkommen, aber nur für Ehefrauen. Bis 1976 durften Frauen nicht ohne Erlaubnis ihrer Ehemänner arbeiten gehen und sie waren auch nur bedingt geschäftfähig. Waren diese Frauen deshal faule Menschen? Nein.

    Im übrigen sind wir keine Leistungsgesellschaft sondern eine Ergebnisgesellschaft, denn bezahlt wird immer nur ein Ergebnis, denn Provision, Tantiemen oder wie man es auch immer nennen mag wird nach dem Erfolg, also dem Ergebnis bezahlt. Der eine bekommt das Geld ohne Leistung, weil er schon Geld von wo auch immer her hat und dieses anlegen kann, der Andere muss dafür buckeln. Arbeitet er als Festangestellter in einem Betrieb bekommt er vielleicht 16,- Euro pro Stunde, ist er Leiarbeiter, so muss er seine Arbeit für 10,16 Euro pro Stunde verrichten, ob wohl er die geliche Qualifikation hat. Leider hatte Letzterer nur das Pech, dass er, aus welchen Gründen auch immer zu einer Zeitarbeitsfirma gehen musste, denn freiwillig geht da kaum einer hin.

    Wo ist da bitteschön eine leistungsbezogene Entlohnung? In Frankreich sieht das da etwas anders aus, da ein Zeitarbeitnehmer mehr leistet, denn er muss zu den “normalen” Stunden auch noch geographisch flexibel sein bekommt der Arbeitnehmer der Zeitarbeit den gleichen Lohn für gleiche Arbeit plus 10% Flexibilitätszuschlag.

    @ Alex
    Wie Du selber sagst würdest Du weiter die gleiche Arbeit verrichten. Warum glaubst Du, dass alle anderen das Gegenteil tun würden? Weil die Medien und Politiker es dir so vorgebetet haben? Frage doch einfach mal Deine Kolleginnen und Kollegen und glaube mir Du wirst erstaunt sein, wie wenige tatsächlich erst einmal zu hause bleiben wollen.

    Ich arbeite mit erwerbslosen Menschen zusammen, ich liebe meinen Job, kann ihn aber bald Dank der merkelschen Sparpläne nicht mehr ausüben. Körperlich bin ich leider soweit eingeschränkt, dass ich, mal salopp ausgedrückt laut dem Gudachten des Medizinischen Dienstes der Bundesagentur für Arbeit nur noch 8 Stunden täglich auf dem Rücken liegend Kartoffel schälen darf. Mit anderen Worten ich werde schon vor meiner Erwerbslosigkeit zu Hartz IV verdonnert.

    Leistung habe ich mein ganzes Leben erbracht nicht selten 60 Stunden pro Woche. Nun verschwindet mein Arbeitsplatz und 10.000 weitere allein bei den Staatsbediensteten.

    Lies Dir bitte mal folgendes Interview mit Jeremy Riffkin (http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/916564?_seite=1), einer der Berater, die auch von unsere Führungsriege befragt wurde, durch und dann denke nochmal darüber nach, was das eigentliche Geschwür ist nach.

    Ach ja wie faul die Menschen sind zeigen folgende Zahlen 20 Millionen Menschen arbeiten ehrenamtlich, also ohne Bezahlung. Im Jahr 2001 wurden 56 Milliarden Stunden in der Bundesrepublik bezahlt fast das Doppelte 96 Millarden Stunden wurden unbezahlt gearbeitet? Wo sind denn da die Faulen Säcke? Das sind wohl eher die, die das Geld einheimsen und den kleinen Michel ausbeuten. Denn sie sind zu faul ihrer im Grundgesetz festgeschriebenen Verpflichtung nachzukommen. (Grundgesetz Artikel 14 Absatz 2 Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen)

    Übrigens nur so nebenbei bemerkt Herr Horst Köhler hat bereits ein bedingungsloses Grundeinkommen, wie alle ehemaligen Bundespräsidenten auch, denn sie bekommen, ohne Bedürftigkeitsprüfung, ihr Einkommen bis zu ihrem Tod weitergezahlt plus Wagen und Chauffeur. Artikel 3 Grundgesetz: “Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.” Absatz 3: “Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.”

    Und genau das Gegenteil geschieht in unserer ergebnisorientierten Gesellschaft. Mit dem bGE würde jedem die Freiheit gelassen zu tun, was er will und wer arbeitet hat dann eben mehr und alle würden durch die Konsunsteuer eine Beitrag zur Gesellschaft leisten.

  14. Hallo Alex,

    du sagst „… ich würde genau dasselbe tun wie jetzt auch und in derselben Firma, denn ich liebe meinen Job …“

    Was hindert dich eigentlich daran, dies auch deinen Mitmenschen zugestehen – dass jeder einen sinnvolle Beitrag für die Gesellschaft leisten möchte (und zwar an der Stelle und in dem Umfang, wie er es für richtig hält)?

    Du bestätigst mit deinen bisherigen Aussagen leider ein oft auftauchendes Klischee im Zusammenhang mit der Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen.

    Erfahrungen aus vielen Diskussionen über das BGE zeigen mir, dass sich die Haupt-Argumente gegen das BGE immer wieder um diese zwei Gegensätze drehen „Klar würde ich auch weiterhin noch arbeiten oder andere, sinnvolle Dinge für die Gesellschaft tun … aber ich glaube auch, viele andere Menschen würden dann wahrscheinlich nicht mehr zur Arbeit zu bewegen sein …“

    Laut einer repräsentativen Umfrage antworten 60% der Befragten auf dieselbe Frage: ja, ich möchte weiterhin meiner Arbeit nachgehen. Etwa 30% möchten weiterhin arbeiten, aber nicht am gleichen Arbeitsplatz, in derselben Firma und auch nicht im gleichen Umfang. Nur 10% sagen offen: erst mal ausschlafen, reisen, nochmal studieren, sich um Familienmitglieder kümmern etc.

    Fragt man die gleichen Personen, ob sie glauben, dass andere Menschen mit einem bedingungslosen Grundeinkommen noch arbeiten würden, antworten 80% mit „Nein …“

    Quelle:
    http://www.kultkino.ch/kultkino/besonderes/grundeinkommen

    Götz Werner spricht in diesem Zusammenhang von zwei Menschenbildern, die jeder von uns hat: ein (humanistisches) Menschenbild auf uns selbst bezogen, und ein (deterministisches) Menschenbild, das wir von unseren Mitmenschen haben.

    Wir sollten wir uns irgendwann darüber klar werden, unter welchem Leitbild sich unsere Gesellschaft weiterentwickeln will: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“ oder „Zutrauen veredelt den Menschen, ewige Bevormundung hemmt sein Reifen.“

    Weitere Einsteiger-Videos zum BGE:
    http://bgekoeln.ning.com/video/lektionen-zum-grundeinkommen
    http://bgekoeln.ning.com/video/robert-bleilebens-analyse-des

    Mit besten Grüßen aus Köln
    Henrik Wittenberg

  15. Surp

    Hallo Alex,

    es ist dringend notwendig, das es ohne Prüfung ausgezahlt wird, sonst bleibt die ganze Drecksbürokratie wie sie ist. Bei der Idee des Grundeinkommens geht es nicht nur darum Menschen Teilhabe an der Gesellschaft zu verschaffen, sondern auch darum unnötige Bürokratie abzubauen. Daher gibt es soviele neoliberale Befürtworter diese Idee.

    Wenn man das Grundeinkommen klug umsetzt hätte fast jeder mehr Kaufkraft als bisher, nur ein paar wenige hätten weniger, da sie ihren volkswirtschaftlich kontraproduktiven Arbeitsplatz verlieren würden.

    Ich möchte ein Beispiel nennen damit sie verstehen was ich meine. Wenn es keine Bedürftigkeitsprüfung gibt brauch man keine ARGE, keine Verwaltung für Hartz4-Empfänger etc.. Des Weiteren eröffnen sich auch ein ganz andere Perspektive für unser gesamtes Sozialsystem was im derzeitigen Zustand nicht mehr lange tragbar ist.

    Außerdem brauch man keine Beamtenpensionen mehr, da sie ja ein Grundeinkommen erhalten, dies würde sowohl für Renten- als auch Generationsgerechtigkeit sorgen. Ähnlich kann man dies auf ein vernünftiges Gesundheitssystem übertragen, in welches alle einzahlen.

    Die Möglichkeiten durch ein Grundeinkommen sind gewaltig. Ich persönlich mag die Idee von Götz Werner mit der reinen Konsumsteuerfinazierung sehr, halte sie aber für derzeit nicht realisierbar. Hingegen das Modell von Straubhaar mit einer extrem vereinfachten Einkommenssteuer sowie einer einheitlichen Mehrwertsteuer ist ohne weiteres jederzeit umsetzbar.

    Wichtig ist, das man endlich erkennt, dass wir eine radikale Steuerreform brauchen indem vorallem die gesamten Unternehmenssteuern abgeschafft werden und maximal 2 -3 Steuern bestehen bleiben. Sie merken warum soviele gegen ein Grundeinkommen sind, sie fürchten um ihre unverdienten Pfründe.

    Vieleicht gehören sie ja auch zu dieser Gruppe^^.

  16. Ich muß es nochmal in aller Deutlichkeit sagen. Ich pauschalisiere nicht und werfe nicht alle in einen Topf. Nur daß dies nochmal deutlich wird.

    Um was es mir geht, der Hintergrund meines Artikels, sind eben genau diejenigen, die sich wie angesprochen in die soziale Hängematte legen und es gar nicht einsehen, zu arbeiten. Es ist mir schon bewusst, sollten diese ledig sein, machen sie mit dem vorhandenen Geld keine großen Sprünge aber offensichtlich fühlen sie sich wohl damit.

    Und genau diese Schmarotzer sind es, warum ich ein Gegner der BGE bin, solange es völlig ohne Bedingungen für jeden gilt.

    Ich betone nochmals ausdrücklich, auch an mir ist es nicht vorbei gegangen, daß es Arbeitnehmer gibt, die so wenig verdienen, daß sie durch HartzIV aufgestockt werden müssen. Das ist mir bewusst. Ich bin selber ein strikter Gegner von Mindestlöhnen, wie sie kürzlich erst vereinbart wurden, da diese ein Witz sind und der Arbeit nicht würdig aber ich habe eben die Erfahrung gemacht für mich selber, daß Leistung durchaus auch heute belohnt wird und nach meiner Vorstellung und meiner Erfahrung trifft eben genau dieses zu.

    Die eierlegende Wollmilchsau, wie das BGE von vielen hingestellt wird es es nicht. Im Gegenteil. Ein Problem werden die Hängemattenbürger bleiben, selbst wenn es in Deutschland davon nur 5 Personen gäbe, dürften diese keinerlei Unterstützung finden wobei man hier Abstriche zu machen hat, solang Kinder da sind.

    Ferner wird sich dadurch zwar für einen bestimmten Prozentsatz etwas ändern die jetzt in Billiglohnjobs stecken etc. da diese dann deutlich mehr haben. Aber was ist mit denen, die jetzt und auf Dauer nicht arbeiten können, aus welchen Gründen auch immer. Bei einer zu erwartenden Höhe des jetzigen Geldes eines HartzIV-Menschen, was man dann BGE nennt, ändert sich für diese Menschen rein gar nix. Die Situation bleibt die selbe.

    Für mich schießt das BGE vollkommen am Ziel vorbei und es ist von kompletter sozialer Gerechtigkeit sowas von weit entfernt, weiter geht gar nicht.

    Ob man es nun wahrhaben will oder nicht aber wir werden immer eine Schere mit arm und reich haben, daran wird auch das BGE reichlich wenig ändern.

  17. @Henrik Wittenberg: Ich gestehe anderen Menschen sehr wohl zu, einen sinnvollen Beitrag zu leisten aber eben nur solange, solange sich ALLE die in der Lage dazu sind, körperlich, gesundheitlich etc. es auch tun. Diejenigen die lieber auf der faulen Haut liegen, davon haben wir welche in Deutschland, denen gestehe ich nix zu.

  18. @Surp: Nein ich fürchte nicht um meine Pfründe aber das BGE schafft keine soziale Gerechtigkeit auf ALLEN Ebenen da es eben auch Menschen mit einschließt, die noch nie etwas zur Allgemeinheit beigetragen haben in Form von Arbeit ob nun bezahlt oder ehrenamtlich.

  19. Surp

    Vielleicht gebe ich Ihnen noch einen Denkanstoss, wenn ich sage, dass der Großteil unser derzeitigen Erwerbsarbeit der Wirtschaft schadet. Das Problem was sich hieraus ergibt ist die Frage, wie gehen wir damit um.

    Man könnte, wenn man es wirklich wollte ca. 20 Mio. Menschen direkt freisetzten, da man sie eigentlich nicht braucht und ihre Arbeit zum Großteil nur besteht, da es überflüssige Gesetzte, Subventionen, Verordnungen etc. gibt.

    Meiner Meinung nach werden wir entweder durch ökonomischem (unwahrschinelich, da man sich alles schönrechen kann) oder ökologischen Zwang (sehr wahrscheinlich da Ressourcen, der einzige limitierende Faktor sind) nicht an einem Grundeinkommen vorbeikommen. Alles andere führt in Massenarmut und Chaos.

    Übringens das geringste uneer Problem sind faule Menschen, sie sollten sich nicht von unseren Massenmedien für blöd verkaufen lassen.

  20. Babs

    alex – in unserem land herrscht meinungsfreiheit. und das ist gut so! ich gönne dir deine meinung und möchte dich trotzdem einladen, mal neu und anders zu denken. außerhalb der box sozusagen. vielleicht kannst du dich auf das experiment einlassen? hier spricht ein kluger mensch und geschäftsmann (dm-gründer und leiter des interfakultativen instituts für entrepreneurship in karlsruhe) und er hat wirklich was zu sagen. vielleicht haste mal 90 minuten zeit?
    http://vimeo.com/11636345

  21. @Surp: Ich habe mir das von den Massenmedien nicht einreden lassen sondern ich kenne solche Menschen persönlich, die es nicht für nötig halten zu arbeiten sondern sich von Vater Staat aushalten lassen. Es ist mir bewusst, daß es kein wahnsinnig großer Prozentsatz ist, die so sind aber in meinen Augen ist schon 1 zu viel, der so agiert.

  22. „Ein Problem werden die Hängemattenbürger bleiben, selbst wenn es in Deutschland davon nur 5 Personen gäbe, dürften diese keinerlei Unterstützung finden wobei man hier Abstriche zu machen hat, solang Kinder da sind.“

    Verstehe ich das jetzt richtig, wegen 5 Personen muss man die restlichen 80 Millionen mit Bürokratie ohne Ende überziehen …? Seit wann leitet man in einer Demokratie von der Ausnahme Regeln für die Mehrheit ab? Das macht doch irgendwie keinen Sinn, oder?

    Also, du behauptest, das BGE wäre keine gute Methode, um das Sozialstaatsgebot unseres Grundgesetzes umzusetzen … aber unser heutiges System (Sozialleistungen/Sozialversicherungen) kann dies nach Mehrheitsmeinung auch nicht mehr – wie sieht denn deine Lösung für die Zukunft aus.

    Hier erläutert z.B. Dr. André Presse, Chefökonom der GLS Bank, wie ein BGE praktisch umzusetzen wäre:
    http://uvka.ubka.uni-karlsruhe.de/shop/isbn2shopid.php?isbn=978-3-86644-485-0

    Mit besten Grüßen aus Köln
    Henrik Wittenberg

  23. @Babs: Ich werd mir das Video mal bei Gelegenheit ansehen aber ich kann mir nicht vorstellen, daß es an meiner grundlegenden Einstellung viel ändern wird.

  24. @ Alex
    Lass die 5% doch faul sein. Willst Du deshalb 95% bestrafen? Und wer sagt denn, dass es immer so bleiben wird? Warum kann es nicht so sein, dass wir heute zwar das eine oder andere Faule Ei im Nest haben, aber wie wird sich das in der Zukunft entwickeln, wenn sich Arbeit tatsächlich wieder lohnt.

    Eines ist mit einem bedingungslosen Grundeinkommen sicher: Arbeit wird sich wieder lohnen, denn ich bekomme meinen Lohn für meine Arbeit oben drauf. Der Stundenlohn wird zwar sinken, aber ich werde definitif dann für meine Leistung bezahlt und kann mir dann Extras leisten, auf die ich sonst verzichten müsste.

    Außerdem könnten Menschen, die heute als schwer- oder gar als nicht vermittelbar gelten vielleicht auch etwas arbeiten, denn wer sagt denn, dass dann all 8 Stunden an 5 Tagen in der Woche arbeiten? Job-Sharing wird dann wohl eher an der Tagesordnung sein und das Ergebnis wird wohl auch weitaus effizienter sein, da die Menschen mit Spaß an der arbeit handeln.

    Der Faule Sack von heute tut dann übrigens auch etwas für die Gesellschaft, denn er zahlt bei jedem Kauf die Konsumsteuer und trägt damit auch einen Teil der Gesellschaft.

  25. Surp

    gut, wenn das ihr Problem ist wird ihnen niemand helfen können.

    Es gab mal Arbeitslager, da mussten Menschen morgens kommen und einen Raum, der langsam mit Wasser geflutet wurde leerpumpen sonst wären sie ertrunken. (ich glaube das war in Frankreich).

    Wenn ihnen das zu menschenverachtend ist, könnte man ja auch einfach die Menschen Löcher buddeln lassen und ab mittags machen sie die dann wieder zu, wäre zumindest unter ökölogischen Aspekten nicht so schädlich wie der ganze Dreck, den wir zurzeit Erwerbsarbeit nennen.

    Ich wünsche mir, das sie mal mit offene Augen unsere Arbeitswelt betrachten und dann werden sie, aber auch nur vielleicht, verstehen wie krank unser derzeitiges System ist. Vielleich tsehen sie dann auch echte Lösungen und denken nicht das die “Faulen” oder sie “Armen” die schuldigen sind. Vorallem die Armen sie die Gruppe die den höchsten Preis dafür bezahlt.

    Übrigens bietet Hartz4 wenig Anreize Arbeit aufzunehmen, diese ist bei einem bedingungslosen Grundeinkommen ganz anders.

  26. seyinphyin

    “Kinnal das kann ich dir genau sagen, ich würde genau das Selbe tun wie jetzt auch und in der selben Firma denn ich liebe meinen Job dort. Abgesehen ist ja für mein Einkommen gesorgt, ich sorge selber dafür.”

    Genau das verrät Sie. Sie halten sich schlichtweg besser, als andere Menschen, was okay ist, das tun viele. Viele sagen: ICH würde weiterarbeitern, abr die anderen natürlich niemals.

    Abgesehen davon sind Ihre Ansichten anachronistisch und auch unökonomisch. Wenn mit weit weniger Einsatz, d.h. weit weniger Arbeitskraft, d.h. weit weniger Arbeitsplätzen genug für alle Bedürfnisse produziert werden kann (und damit ist nicht Geld gemeint, sondern wirklich nur Produkte) – warum dann zwanghaft mit viel Aufwand, Ressourcen, Geld, Zwängen und was noch alles möglich ist, ständig darum kämpfen, dass trotzdem alle arbeiten gehen müssen?

    Es macht aus einer einzigen Sicht Sinn, jener der Gier, weil man die ständige Überproduktion mit all ihren Nachteilen für den Menschen, die Natur und auch die Gesamtwirtschaft, Einzelnen hohe finanzielle Gewinne beschert.

    Ohnehin: Demjenigen, der nur im Geld das Problem sieht, sei eines gesagt:

    Geld an sich ist nichts wert, es ist angenehm, aber unbedeutend, wir allein bestimmen seine Bedeutung. Würde es morgen verschwinden, wäre das zwar nicht sonderlich schön, doch wir würden daran nicht zerbrechen, nichts würde sich deswegen einfach auflösen oder ein Deutschland plötzlich wie nach dem 2.WK aussehen.

    Das entscheidende ist: Sind wir dazu fähig, genug für alle zu produzieren und das sind wir schon seit Ewigkeiten. 10% der Bevölkerung reichen genau genommen aus, um alle zu versorgen und das wird nicht mehr, sondern weniger werden. Und genau deswegen gibt es keine Grund, für eine grundsätzliche Teilnahme von jedem Menschen, keinen einzigen. Darüber hinaus darf dann jeder gerne noch so viel leisten und verdienen, das wird ja niemanden dadurch verwehrt.

  27. Ich denke, von meiner Seite aus bedarf es zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Ausführungen denn ich würde mich nur weiter wiederholen und das tue ich nur ungern. Meinen Standpunkt habe ich meiner Meinung nach klar dargelegt und Rechtfertigungen meinerseits bezüglich meiner Meinung und Einstellung bedarf es absolut nicht. Ich habe bisher an keiner Stelle Argumente gelesen, weder hier noch anderswo, die bei mir in meiner Haltung ein Umdenken bewirkt hätten.

    Es ist mir durchaus bewusst, daß viele meine Hardliner-Haltung, nicht nur zu diesem Thema, befremdlich, dumm oder wie auch immer finden und ich hege nicht den Anspruch, daß irgendwer meine Meinung oder meine Ansichten teilt. Genau deshalb zielt mein Slogan einmal mehr genau ins schwarze. Alex Kempe – Einfach ich und manchmal fremd.

    Mehr werde und will ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sagen, schließe aber nicht aus, daß ich künftig einige Dinge ergänzen werde.

  28. Drehen wir den Spieß doch einfach mal rum. Du willst die Faulen bestrafen?

    Gut dann Sorge erst einmal für Vollbeschäftigung und damit meine ich so viel Arbeit, dass die Arbeitgeber um die Arbeitnehmer betteln müssen. Erst dann ist der Punkt erreicht, an dem man wirklich die Faulen erkennt.

    So lange es kein Recht auf Arbeit gibt kann es auch keine Pflicht zur Arbeit geben. Im übrigen könnte ich jetzt gehässig sein und Deine Einstellung dazu auch als verfassungwidrig bezeichnen, denn Artikel 12 des Grundgesetzes lautet: “(1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
    (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.
    (3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig.”

    Und dann gibt es da noch den Artikel 2: “(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
    (2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.”

    Und schließlich Artikel 20: “(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat….”

    Alles in allem ist Deine Haltung zu den faulen Individuen verständlich aber nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Die Faulheit einzelner Bürger aber, denn dies ergibt sich aus den 3 Artikeln des Grundgesetzes, die ich hier zittiert habe.

  29. Also – dass mit den Geschwüren, das ist so eine Sache … Mein Letztes Kind wurde von etlichen Medizinern zunächst als – ein übrigens ziemlich bösartiges – Karzinom diagnostiziert. Es hat sich trotz der Diangose und mancher Anfangsschwierigkeiten zu einem prächtigen Mädchen entwickelt das jetzt in der Zeillinie zum Abitur ist und derzeit fröhlichen Urlaub mit einer Freundin in Norwegen macht.
    So kann das sein mit allzu schnellen Diagnosen … ;-)
    Und noch etwas: Es wird ja das bedingungslose Gruneinkommen durchaus auch von sog. “Leistungsträgern” der Gesellschaft propagiert – U.a. von Götz Werner, dem Chef, der Drogeriemarktkette DM (Milliardär) und von Peter Straubhaar, dem Chef des Hamburger Weltwirtschaftsinstitutes (HWWI) (meines Wissens FDP) –
    Glauben Sie im Ernst, dass SOLCHE Leute Wortführer fauler Drückeberger sind ???

    Für echte Feinde des Grundeinkommens gibt es übrigens eine interessante Webseite:
    http://www.grundeinkommen-nein-danke.de ;-)

    Mit freundlichem Gruß,
    Ralph Boes

  30. mrnorgeman

    Olá, hier ist ja was los ;)

    Ich muss sagen, ich bin ein bisschen stolz, wie viele Menschen sich zu diesem für unsere Zukunft so wichtigen Thema Gedanken machen und bereit sind, ihren Sonntagnachmittag mit Diskussionen zu verbringen.

    Auch wenn sich Herr Kempe nicht überzeugen lässt (schade, denn ein Blogger, der kein Blatt vor den Mund nimmt, wäre eine gute Unterstützung), auch an Sie ein herzliches Dankeschön. Zum einen für diese Plattform des Austausches und zum anderen auch für ihre ehrliche Meinung: Denn auch eine gute Idee braucht gute Kritiker, damit sie sich entwickeln kann. Kritik gibt in der Regel mehr Denkanstöße als Konsens und somit zeigt es vlt. das die Idee des bGE noch nicht ganz zu Ende gedacht ist und noch nicht alle Zweifel überzeugend ausgeräumt werden können. A voir …

  31. mrnorgeman

    Ach, Herr Kempe, erlauben Sie mir vlt. doch noch die ein oder andere Bemerkung.

    “Bei einer zu erwartenden Höhe des jetzigen Geldes eines HartzIV-Menschen, was man dann BGE nennt, ändert sich für diese Menschen rein gar nix. Die Situation bleibt die selbe.”

    Wahrscheinlich müsste das bGE deshalb über dem bisherigen Hartz4 Satz liegen. Es ist auch von kulturellem Existenzminimum die Rede.

    “… das BGE schafft keine soziale Gerechtigkeit auf ALLEN Ebenen da es eben auch Menschen mit einschließt, die noch nie etwas zur Allgemeinheit beigetragen haben in Form von Arbeit ob nun bezahlt oder ehrenamtlich.”

    Der Ansatz könnte hier sein, durch Motivation, Bildung und sozialem Engagement diese Menschen aus ihrer Lethargie zu reißen, ihrem Leben wieder einen Sinn zu geben und sie dadurch gesellschaftlich wieder zu integrieren. Das bGE vergünstigt auch die Arbeit an diesen Menschen.

    Da ich Ihrem Gerechtigkeitsempfinden hier voll zustimme, würde ich persönlich zuallererst die Konsumsteuer auf Alkohol und Zigaretten um 1000% anheben und dann den Fernsehprogrammen verbieten zwischen 7:00 und 19:00 werktags etwas anderes als Dokus und Nachrichten zu zeigen. Es soll ohne Beschäftigung richtig langweilig werden… (Vlt. bin ich ja in dieser Beziehung extrem)

    Das bGE hat an dieser Stelle den Vorteil, dass die Verteilungs- und Kontrollbürokratie abgeschafft und die Mündigkeit des Bürgers wiederhergestellt wird. Übrigens gibt es auch für die öffentlich Angestellten und Beamten schönere und gesellschaftlich sinnvollere Dinge als Hartz4lern hinterherzuspionieren.

    Die Fortsetzung des bisherigen Weges geht über Kontrolle (durch den Staat) zu Bevormundung (durch den Staat) zu Zwang (durch den Staat) zu Willkür (durch den Staat) und zu Missbrauch (durch den Staat). So einen Staatsapparat will ich mit meinen Steuern nicht tragen!!!

    Das Konzept aus bGE und Mehrwertsteuer ist dagegen so einfach, klar und wie ich finde gerechter, als alle bisherigen Ansätze. Die Konsequenzen einer Einführung sind in ihrer Tragweite gar nicht zu begreifen . Kann man das nicht mal an der Schweiz oder so ausprobieren… :D

  32. Einen sehens- bzw. hörenswerten Vortrag über das “Geschwür bedingungsloses Grundeinkommen” hält der Sozialwissenschaftler Dr. Sascha Liebermann unter
    http://vimeo.com/13412008

    Mit anschließender interessanter Diskussion.

    LG

  33. Kai Schmidt

    Es ist ja schon erstaunlich, dass sich aufgrund eines vordergründig betrachteten banalen, genauer betrachtet allerdings tatsächlich faschistoid anmutenden Blogeintrags eine solche immerhin akzeptable Diskussion entwickelt hat.

    Ja Alex, das ist jetzt starker Tobak, gelle, in diese Richtung möchtest Du jetzt nicht gerückt werden, da Du bestimmt sehr liberal bist im normalen Leben. Aber Deine Meinung kann man ja Dir NICHT nehmen, wie Du sagst. Hier outest Du Dich bereits. In dem Sinne: Ich habe recht, PUNKT! Welche demokratische Kultur ist das, wenn ich fragen darf?

    Deine ganze Gegenargumentation fußt auf der angeblichen Existenz von sogenannten Drückebergern, lt. Deiner Aussage der “Abschaum der Nation” oder auch Schmarotzer. Hier wird von Dir ein obskures Feindbild aufgebaut (Ganz sachdienlich siehe hier die wikipedia-Definition: “Als Feindbild wird allgemein ein Deutungsmuster gegenüber anderen Menschen, Menschengruppen (insbesondere Minderheiten), Völkern, Staaten oder Ideologien bezeichnet, das auf der Grundlage von Zweiteilungen einer wahrgenommen Welt (Dichotomie, Dualismus) mit grundsätzlich negativen Vorstellungen, Einstellungen und Gefühlen verbunden ist.[1] Typisch für ein Feindbild ist, dass im Anderen bzw. Fremden das Böse gesehen wird und diesem negativen Bild kontrastierend ein positives Selbstbild bzw. Freundbild gegenübergestellt wird.[1] In der Politik sind Feindbildkonstruktionen mit dem Populismus eng verbunden, wobei dieser zu einem Verschwörungsdenken neigt und zu einem Muster der Abwehr und von Anti-Haltungen.[2]

    Für die “jüdische Weltverschwörung” gibt es auch Argumente, google doch mal, falls Du diese Polemik verstehst. Ach was solls, ich möchte gar nicht so bösartig werden, aber will hiermit einfach das Hanebüchene Deines Eintrags klar machen und Dich bitten, über Themen von denen Du nichts verstehst, lieber nur am Stammtisch zu plaudern.

    Die Kommentare auf Deinen Eintrag bieten jedenfalls genügend Material bzw. Links, die eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema ermöglichen. Verstehe mich nicht falsch, ich möchte mich nicht über Dich stellen, aber Dein Eintrag wimmelt einfach von völliger Unkenntnis über die Sachlage. Auf alle Details einzugehen sprengt einfach den Rahmen Deines Blogs.

    Freundliche Grüße,
    Kai Schmidt

  34. @Kai Schmidt: Von was ich etwas verstehe und was nicht kannst du nicht im Geringsten beurteilen. Du schreibst, du willst dich nicht über mich stellen aber dann äusserst du, ich solle Dinge, von denen ich angeblich nichts verstehe doch bitte am Stammtisch bereden.

    Mein lieber Kai, du vergisst eines dabei. Du kennst mich nicht und hast nicht den blassesten Dunst, von was ich etwas verstehe und von was nicht und vergiss eines dabei nicht. Das hier ist mein Blog. Hier schreibe ich was ich will und vor allem wie ich es will und ob Leuten wie dir oder sonstwem dies passt geht mir sowas von am Arsch vorbei, nur daß dies hier klar ist.

    Ich habe meine Sicht der Dinge erläutert, meine Meinung und die kann mir auch kein Kai Schmidt mit seiner Klugscheisserei nicht nehmen. Also troll dich in einen anderen Blog, weiteres Gesülze kannst du dir sparen.

  35. Dagmar Schiffer

    Hallo,
    ich bin für ein Mindesteinkommen für alle, weil es besser ist als nur ein Mindestlohn, weil er die Familienkomponente mit abdeckt. Allerdings nicht über die Konsumsteuer wie bei Prof. Werner, sondern über die Einkommensteuer. Schaut mal auf die Internetseite von deutschlandsneuedemokraten welche einen New Deal als neues Staatsmodell für Deutschland entwickelt haben und auf dem besten Wege sind, sich von der bisherigen politischen Initiative zu einer neuen Partei in Deutschland zu entwickeln.

  36. Die Piratenpartei hat sich auch gemausert in den Augen der Anhänger von einer politischen Initiative zu einer Partei. Auch hier wird man nicht viel erwarten können bei den Neudemokraten. Netter Versuch übrigens Dagmar, eine neue “Partei” zu promoten.

  37. @ Dagmar

    eine Refinanzierung über eine Steuer, die von einem Erwerbseinkommen, wie die Einkommenssteuer, ist kontraproduktiv und führt wieder zu Problemen, da es das alte Denkmuster beinhaltet.

    “Wir können Probleme nicht mit Denkmustern lösen, die zu ihnen geführt haben.” (Albert Einstein)

  38. Kai Schmidt

    Lieber Alex,

    Richtig, ich kenne Dich nicht, darf aber doch beurteilen was Du im www verzapfst, oder? Dafür machst Du es doch, damit Deine Weisheiten die ganze Welt lesen kann, sonst kannst Du es ja geschlossen machen, gelle.

    Wir könnten uns auch sachlich über das Thema auseinandersetzen, aber das willst Du anscheinend nicht. Das ist Dein Blog und soll es um Gottes Willen auch bleiben.

    Was wäre eigentlich die nächste Stufe bei Dir, die Androhung von Schlägen?

    Im Übrigen, ich zweifel auch an, ob das BGE bzgl. der reinen Alimentierung ohne jegliche Gegenleistung für gewisse Menschen der goldene Weg ist. Den sogenannten Abschaum, den Du meinst würde ich jedoch nie als Problem sehen, sondern es sind die Verhältnisse, die die Menschen dazu machen. Ich habe in solchen Umständen nie leben müssen, Du sicherlich auch nicht, Insofern kannst und darfst Du nicht über diese Menschen urteilen.

    So jetzt kannst Du mich rausschmeissen, ich komm auch nicht wieder, versprochen!

    MfG,

    Kai

  39. @Kai Schmidt : Natürlich kannst und darfst du meine Äusserungen beurteilen aber wenn du eben der Meinung bist, daß ich mich doch künftig am Stammtisch austauschen soll und die Leute mit meinem Geschreibsel verschonen, dann bist du schief gewickelt denn du bist einfach nicht in der Position um so etwas zu fordern denn du hast KEIN Recht dazu.

    Wie kommst du daruaf, daß ich jemandem Schläge androhe ? Hast du schon so oft von Leuten aufs Maul bekommen daß du das gleich hinter jedem Fremden vermutest ? Ich kann mich ganz gut mit Worten wehren.

    Im Übrigen kann ich sehr gut über die Menschen in HartzIV urteilen denn es entspricht nicht den Tatsachen, daß ich das Leben mit HartzIV nicht kenne. Ich kenne es oder kannte es mal am eigenen Leib und die Hintergründe dafür kann man hier im Blog nachlesen. Ich werde es nicht nochmal briet treten, dafür kann man hier die Suchfunktion bemühen. Erzähl also nicht solchen Schwachsinn, ich würde das nicht kennen, das auch nicht und davon hätte ich auch keine Ahnung. Es hinkt und stinkt gewaltig deine Anschuldigungen.

  40. Felix Coeln

    Vor zwei Wochen haben wir in Köln bei einem Strassenfest eine kleine inoffizielle Umfrage durchgeführt:
    “Was würden Sie arbeiten, wenn für Ihr Einkommen gesorgt wäre?”, war die Frage, die auf einer goldenen Postkarte aufgedruckt war und die ich den Passanten entegegen gehalten habe.

    149 Antworten wurden abgegeben

    29 also 19,46% schrieben das Gleiche, das Selbe oder Ähnliches
    3 ” 2,01% schrieben, weniger tun
    10 ” 6,71% schrieben, sie würden etwas anderes tun – teilweise waren sie bereit mehr zu tun, weil sie sich nicht um Geldverdienen kümmern müßten
    5 ” 3,36% würden sich auf Elternschaft, Haushalt konzentrieren
    10 ” 6,71% wollten Kinder betreuen
    8 ” 5,37% schrieben lehren/unterrichten
    13 ” 8,72% wollten dann auf Reisen gehen
    9 ” 6,04% schrieben, sie wollten ins Ausland gehen
    11 ” 7,38% würden sich ihrem Hobby widmen
    5 ” 3,36% schrieben, daß sie NIX machen wollen
    6 ” 4,03% wollten in eigene Fortbildung investieren
    16 ” 10,74% gaben Sinnstiftung oder Spaß an
    24 ” 16,11% schrieben spez. Beruf auf
    2 ” 1,34% wollten Entwicklungshilfe machen
    6 ” 4,03% wollten sich mit Tieren beschäftigen
    7 ” 1,34% würden eine Landwirtschaft übernehmen oder Gartenarbeit
    6 ” 4,03% wollten sich einem Ehrenamt widmen
    15 ” 10,07% wollten sich sozial engagieren
    12 ” 8,05% stellten sich Kunst als künftiges Schaffensfeld vor
    10 ” 6,71% wollten schreiben
    6 ” 4,03% wollten Musik machen
    6 ” 4,03% würden sich handwerklich betätigen
    3 ” 2,01% wollten forschen
    9 ” 6,04% schrieben, sie hätten dann keine Existenznot
    7 ” 4,70% wollten etwas, was ich unter Selbstverwirklichung zusammen gefasst habe

    Die Auswertung wurde von mir selbst durchgeführt. Ich habe verschiedene Aussagen zusammen gefasst, so wie sie sich für mich sinnvoll zusammen fassen ließen. Es waren Mehrfachnennungen möglich und ich habe einige Aussagen verschiedenen Kategorien zugeordnet. Daraus ergibt sich, daß 100% weit überchritten sind.

    Die Umfrage ist aus vielen Gründen nicht repräsentativ. Z.B. war es Publikum eines Bürgerstrassenfestes, es fand statt in einem Stadtteil mit progressiven Anwohnern und etlichee Menschen weigerten sich, eine Antwort zu geben. Dennoch finde ich den Querschnitt der abgegebenen Antworten sehr spannend.

    Nun noch ein weiteres Argument:
    nach Deiner Definition bin ich jemand, der nach Deiner Ansicht verdient am untersten Minimum zu leben. Aber vielleicht stelle ich mal ein paar wenige Eckpunkte in meinem Leben dar.

    Alleinerziehende Mutter, Ausländerin. In den 60er Jahren aus Spanien nach Deutschland eingewandert, um ihre Eltern zu entschulden, die in kurzer Zeit drei ihrer Schwestern mit einer Mitgift ausstatten mußten. Ich bin als hochbegabt bereits in der vierten Klasse identifiziert worden und ab der 6. Klasse schulisch total abgekackt. Und warum? Ich hielt es z.B. nicht aus, nachmittags allein in der Wohnung zu sein. Achja, in der ersten Klasse war ich schon Aussenseiter. Ich war nämlich der einzige Ausländer in meiner Klasse und meine Mutter nicht unbedingt die fähigste mit ihrem gebrochenem deutsch, sozialen Anschluß zu erlangen.

    Seitdem ich 16 war, habe ich mich in allen möglichen Bereichen ehrenamtlich engagiert. Das große Problem dabei:
    man selbst bleibt dabei auf der Strecke.
    Gerade sitze ich wieder in einem Büro und bin Teil einer 3.000 Ehrenamtliche umfassenden Mannschaft, die ein internationales Breitensportereignis auf die Beine stellt (schon seit 4 Jahren!), welche 10.000 Sportler betreut und teilweise von Teilnahmegebühren befreit und mitunter sogar den Flug bezahlt, Unterkunft und mit einem Taschengeld ausstattet – nur damit diese Menschen teilnehmen können. Fremde Menschen aus fremden Ländern wohlgemerkt, die man noch nicht einmal kennt. Und wir weigern uns, unseren eigenen Volksangehörigen eine Teilnahme am Leben zu ermöglichen.

    Vor zwei Jahren ist mein Schachlehrer verhungert! Über einen Zeiraum von 6 – 8 Jahren. Für eins der reichsten Länder der Welt ist das ein totales Armutszeugnis! Und was sagt das über uns als Volk oder Solidargemeinschaft aus? Leider das, was Dein Blog in jeder Zeile transpiriert:
    uns geht es doch gut und was scheren mich die Parasiten, die mein sauer verdientes Geld auch noch verprassen – wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.

    Nach Deiner Überzeugung müßte ich ledigliche etwas leisten und der Erfolg würde sich zwangsläufig einstellen. Dummerweise unterliegt die Einschätzung, ob einer etwas “leistet” rein willkürlichen Bewertungen/Beurteilungen. Z.B. einer ökonomischen Wertschätzung oder Abwertung – willkürlich, teilweise rein persönlicher Maßstäbe, aber in jedem Fall einer Abwesenheit von Wohlwollen, einer Distanz die bestimmt, “Du gehörst dazu, Du nicht!”

    Mein Schachlehrer war in seinen 30ern ein erfolgreicher Geschäftsmann. Als ich ihn kennen lernte, war er 48-49, total dürr, hatte fehlende Zähne und sah mindestens 15 Jahre älter aus. Ich weiß nicht, was mit seinem Geschäft geschehen ist und ich weiß nicht, was mit ihm passiert ist, daß er nicht wieder Fuß fassen konnte – angeblich war die russiche Mafia hinter ihm her.
    Aber er hat es ja verdient zu verhungern, er hat ja keinen produktiven Beitrag zur Gesellschaft geleistet. Ich weiß, daß er von einer Schachschule träumte, in der er Kinder- und Jugendarbeit leisten wollte, in der er seine Erfahrung hätte weiter geben können und in der er vielleicht das Glück gehabt hätte, einen Champion zu fördern.

    Stattdessen war er obdachlos und er starb in der Dusche, als ein Bekannter seinen desolaten Zustand erlebte und ihm eine Unterkunft gab. Morgens früh kam der Bekannte in die leerstehende Wohnung, um ihm ein Frühstück zu geben. Die Dusche lief noch, die er selbst aufgedreht hatte, damit sich mein Schachlehrer säubern konnte, weil er stank und durch Stürze überall Wunden am Kopf und im Gesicht aufwies. Er war so abgemagert, sodaß er nicht mehr selbst stehen konnte.

    Der gemeinsame Bekannte fand meinen Schachlehrer hockend unter der noch laufenden Dusche.

  41. Die Probleme würden denke nicht unbedingt bei den “guten” Jobs auftreten, sondern bei den schlechten. Wer nur Regale in einem Supermarkt packen kann der wird sich überlegen, ob er das für etwas zusätzliches Geld machen kann. Die Kosten für solche Arbeiten würden demnach entsprechend steigen.
    Ich denke es ist ähnlich wie beim Kommunismus. Der hat auch schon darauf gesetzt, dass der Mensch gut ist, aber er ist es nicht, sondern er verfolgt stets seine eigenen Interessen und arbeitet, wenn sich dies lohnt.

  42. @ Christian

    Es gibt aber einen gravierenden Unterschied zwischen Grundeinkommen und Kommunismus.

    Beim Grundeinkommen kann ich so viel hinzuverdienen, wie ich in der Lage bin zu arbeiten, im Kommunismus geht das nicht.

    Damit ist ein Ansporn für jeden gegeben, der mehr haben will.

    Wenn Menschen nicht von Natur aus “gut” sind, dann frage ich mich, wieso 20 Millionen Menschen in der BRD ehrenamtlich arbeiten, d.h. ohne Bezahlung.

  43. Zitat Christian: “Ich denke es ist ähnlich wie beim Kommunismus. Der hat auch schon darauf gesetzt, dass der Mensch gut ist, aber er ist es nicht, sondern er verfolgt stets seine eigenen Interessen und arbeitet, wenn sich dies lohnt.”

    „Es ist ein überholtes Menschenbild, dass der Mensch von Natur aus faul sei. Wer daran festhält, dem ist kaum zu helfen. Der Mensch ist allerdings auch nicht von Natur aus “gut”, wie Marx es aus dem Bauch heraus annahm.
    Die modernen Wissenschaften vom Menschen, insbesondere die Endokrinologie, haben uns neue, greifbare Erkenntnisse über die Menschen gebracht. Wir brauchen nicht nur mehr blind zu vermuten, wie wir funktionieren. Was die Bedingungen für eine gute Arbeit angeht, wissen wir, dass der Mensch unter Zwang nur unter Aktivierung der Mygdala arbeitet und auch lernt. Dies ist die verborgene Hirnregion, in der seine Urängste vergraben und von woher Daten nur schwer aufrufbar sind. Frei arbeitet der Mensch unter Aktivierung seines ein Zwischenhirns, das bei ungezwungener Arbeit alle Erkenntnisse sammelt. In der nächsten Schlafperiode werden sie automatisch im Großhirn ablagert, wo sie jederzeit verfügbar sind.
    Die lockeren Sprüche von Paulus: „ Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“ (Thessalonier 3,10) und Karl Marx : „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen (Kritik des Gothaer Programms, GME, 19:21) waren nie durchdacht. Jeder weiß dass es töricht ist, „im Schweiße seines Angesichts sein Brot verdienen“ zu wollen. Mit ein wenig Arbeit seiner grauen Zellen schafft man das weit besser und weniger mühevoll.
    Wenn der Geldverdienst nicht mehr den Druck zur Erbringung von Leistungen darstellt, arbeitet der Mensch vielmehr willig und effektiv wie sonst nicht. Das beweisen die Abermillionen ehrenamtlich tätigen Bürger, die freudig einen erklecklichen Beitrag zum Bruttosozialprodukt unserer Gesellschaft beitragen.
    Wir sind auf dem Weg zur Wissensgesellschaft. Diese kann keine nur unter Druck arbeitenden Lohnsklaven brauchen. Sie hat große Chancen zu ihrer Realisierung unter den Bedingungen der vom Existenzdruck befreiten Arbeit. Man sehe sich einmal im legendären Silikon Valley um. Dort leisten engagierte weit über ihrem Lebensbedarf bezahlte Menschen zukunftsweisende Arbeit. So etwas wäre auch in Deutschland möglich.“

    Quelle: http://www.readers-edition.de/2006/12/12/bedingungsloses-grundeinkommen-gedanken-ueber-eine-moegliche-nahe-zukunft/

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