Unser Hobby – Aquaristik

Das Thema Aquaristik beschäftigt und begleitet sowohl Nadine als auch mich schon wirklich sehr lange. Ich weiß nicht mehr genau wann, aber ich denke so mit 17 oder 18 Jahren hatte ich mein erstes Aquarium am laufen, bei Nadine kann ich das nicht genau sagen aber das erste “Aquarium”, damals ein Goldfischglas vom Rummel, bekam Sie im Kindesalter.

Wie in einem anderen Artikel bereits erwähnt, haben wir momentan 2 Aquarien, ein 160 Liter Becken und ein Kleines mit ca. 54 Litern. Es gab allerdings auch Zeiten, das war in der Eifel, wo wir vorher wohnten, da beschränkte sich die Anzahl der Becken nicht nur auf 2. Unsere Wohnraumverhältnisse damals waren immer gemietete Einfamilienhäuser und so hatten wir ursprünglich die Möglichkeit, eine ganze Zuchtanlage zu betreiben, die sich damals in Schwerlastregalen im Keller befand. Wir züchteten seinerzeit überwiegend Guppies in 3 Farbschlägen. Manch einer wird nun sagen, daß Guppies sich doch von ganz allein vermehren. Das trifft so einerseits auch zu, einen Fisch allerdings erbfest zu züchten, sprich es kommt immer der gleiche Farbschlag heraus, das ist eine ganz andere Sache und so haben wir uns damals mit der Hochzucht von Guppies beschäftigt, was viele Becken nötig gemacht hat und einen sehr großen Zeitaufwand für die Pflege der Aquarien und das Ausselektieren der Tiere für die Weiterzucht.

Irgendwann haben wir die Zwerggarnelen für uns entdeckt und vor allem Nadine wurde kräftig mit dem Garnelenvirus infiziert und so stellten wir die gesamte Anlage damals auf Garnelen um, was vor allem den Zeitaufwand in der Pflege der Becken damals drastisch nach unten trieb. Es wird ja immer von Wasserwechseln gesprochen, aber durch die Filtertechnik, die wir im Einsatz hatten, konnten wir die Becken problemlos als Altwasserbecken betreiben und die Wasserwechsel reduzierten sich auf ein Minimum, hauptsächlich wurde damals das verdunstete Wasser aufgefüllt. Über ausbleibenden Nachwuchs bei den Zwerggarnelen konnten wir damals nicht klagen.

Das größte Problem stellte damals der bereits recht hohe Nitratwert des Leitungswassers dar, den wir allerdings recht gut in den Griff bekommen haben indem wir mit einem Nitratfilter das Aquarienwasser aufbereitet haben, um einen für die Tiere und Pflanzen erträglich Wert zu erhalten. Wir entschieden uns damals für einen Nitratfilter der Firma Gralla, der aus einer Kunstoffsäule bestand, die ein Nitratharz enthielt. Die Betriebskosten für den Filter konnten sehr gering gehalten werden, denn das enthaltene Harz konnte mit einer Kochsalzlösung regeneriert werden. Skeptiker werden nun sagen, daß man das Nitrat aus dem Aquarium aber durch Wasserwechsel entfernt und durch einen eingefahrenen Filter und schnellwachsende Pflanzen. Dies trifft im Regelfall auch zu, allerdings nicht dann, wenn bereits das Leitungswasser nitratbelastet ist.

War es in der Eifel noch das Nitrat im Leitungswasser, so sind es hier am Bodensee die Gesamthärte und die Karbonathärte, die unser Leitungswasser für unsere Zwerggarnelen untauglich machen, zumindest für die von uns gepflegten Arten. So ist hierbei erneut der Einsatz von Technik nötig. Auch hierbei haben wir wieder auf die bei uns bewährte Filtertechnik der Firma Gralla zurückgegriffen. Für das Leitungswasser hier benötigten wir einen Vollentsalzer und wir haben hier ein Gerät mit 2 Einzelsäulen mit jeweils 2 Litern Harz. Also somit eine Kationensäule und eine Anionensäule. Beim enthaltenen Harz im Anionenaustauscher fahren wir ein schwach basisches Harz, welches den Vorteil hat, das im entsalzten Wasser enthaltene Co2 nicht zu entfernen und so hat unser vollentsalztes Wasser einen ph-Wert um die 5 und einen Leitwert im regenerierten Zustand der Harze unter 15 Mikrosiemens. Wie auch beim Nitratfilter, so haben wir den Vollentsalzer mit Schnellentlüftern und Gardena-Anschlüssen ausstatten lassen, was die Handhabung extrem komfortabel macht.

Viele werden nun sagen, mir ist das zu umständlich mit dem Vollentsalzer, da ich beim Regenerieren den Harze mit Säuren und Laugen hantieren muß, da man dazu sowohl Salzsäure als auch Natronlauge verwendet und deshalb setzen viele lieber eine Osmoseanlage ein. Hierbei ist mir allerdings der Anteil an Abwasser gegenüber dem gewonnenen Reinstwasser zu hoch und beim Vollentsalzer habe ich einfach ein Verhältnis von 1:1 denn das was ich vorne reinschicke kommt hinten komplett als vollentsalztes Wasser heraus ohne Abwasser. Und das Regenerieren stellen sich viele wesentlich komplizierter vor als es in Wirklichkeit ist. Abgefüllt wird das vollentsalzte Wasser bei uns in 5-Liter-Kanister, wo mal destilliertes Wasser drin war. Habe ich Anfangs das entsalzte Wasser noch mit Leitungswasser verschnitten, um perfekte Werte einzustellen, sprich Gesamthärte und Karbonathärte, so verwende ich heute ein Aufhärtesalz von Sera, um das Wasser auf die gewünschten Werte zu bekommen denn vollentsalztes Wasser ist totes Wasser und muß remineralisiert werden, damit es tauglich ist für ins Aquarium.

Beim Thema Aquarienfilter haben wir in der Vergangenheit extrem viel herumprobiert und jede Menge Lehrgeld bezahlt, da viele getesteten Filter trotz vollmundiger Herstellerversprechungen entweder zu schwach, zu kompliziert in der Wartung oder einfach nicht garnelensicher hinzubekommen. So landeten wir irgendwann bei den Biologo-Sets der Firma Maximal. Seit dem ersten Einsatz vor vielen Jahren haben wir bis auf absolute Ausnahmen wie bei unserem 54 Liter Becken, wo ein Bio-Filter fest im Becken verklebt ist, nie wieder andere Filter im Einsatz gehabt. Für mich persönlich stellt Maximal in diesem Bereich das Nonplusultra dar, wenn es um Aquarienfilter geht.Die Wirkungsweise ist denkbar einfach aber effektiv, durch den Ausströmer im Antriebselement entsteht ein Luftstrom, der einen Unterdruck im Filter erzeugt und dieser Unterdruck sorgt dafür, daß Wasser in den im Aquarium stehenden Filter in die Röhren eingesogen wird, dort das Filtermaterial, in unserem Fall Watte und Siporax, durchströmt und durch den Auslaufbogen wieder ins Becken einfließt. Das Wasser wird zusätzlich stark mit Sauerstoff angereichert, was entscheidende Vorteile mit sich bringt. Das Ganze klingt relativ unspektakulär aber die Filter sind wirklich top was die Reinigung des Wasser und die biologische Aktivität anbelangt.

Weitere Ausschweifungen über Aquaristik und speziell Aquarientechnik und Wasserchemie werde ich in einem späteren Artikel nachreichen.

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