Wie Hyperaktivität den Familienalltag beeinflusst

Grundsätzlich muß ich zuerst einmal richtig stellen, daß weder Christoph noch Kevin jemals auf ADS oder ADHS untersucht wurden und wir bis zum jetzigen Zeitpunkt auch keine Veranlassung hatten, die Untersuchungen durchführen zu lassen.

Nichtsdestotrotz haben wir detailliert recherchiert, wie die Symptomatik bei der Hyperaktivität ist und sich darstellen kann und mit den Kindern verglichen. So schlussfolgerten wir für uns, daß dem wohl so sein wird, bei dem Kleinen mehr und bei dem Großen mittlerweile um Längen weniger wie früher. Nicht ausschließen möchte ich, daß es schulisch bedingt nötig sein kann, Christoph und Kevin untersuchen zu lassen aber bis dato lassen wir es bei unserer eigenen Diagnose bewenden.

Wie aber wird das Familienleben nun genau im Alltag davon beeinflusst ? Dies äußert sich in kleinen und großen Dingen. Bei Christoph war es früher so, daß er lange Zeit den Tag mit der Nacht vertauscht hat oder nur 2-3 Stunden insgesamt geschlafen hat was natürlich damals nicht einfach war weil mal ja auch arbeiten gehen muß und ich nicht die ganze Arbeit Nadine alleine aufhalsen wollte. Also beschränkte sich an vielen Tagen auch unser Schlaf auf nur wenige Stunden. Die Schlafgewohnheiten haben sich bei Christoph aber normalisiert und bei ihm äußert sich das Ganze hauptsächlich im Beisein seines kleinen Bruders, wobei ich schon oft am zweifeln war, ob wir bei Christoph tatsächlich richtig liegen, mit unserer Vermutung.

Kevin ist im Gegensatz zu Christoph ein ganz anderes Kaliber. Wenn er morgens wach wird hat er eine sehr kurze Aufwachphase, die besonders kurz ist, wenn ich zu Hause bin. Einmal wach geht es eigentlich den ganzen Tag „Kevin nein“, Kevin laß die Katzen in Ruhe“, „Kevin laß das“, „Kevin mach langsam, du tust dir weh“……

So zieht sich dies den ganzen Tag hin bis daß der kleine Mann meist erst spät Abends vor lauter Müdigkeit nicht mehr kann und einschläft. Kevin unbeaufsichtigt zu lassen ist eigentlich gar nicht drin denn schnell hat er irgend was ausgeräumt, etwas ausgeschüttet, etwas kaputt gemacht oder eine Überschwemmung verursacht. Er beschäftigt sich praktisch nie lange mit etwas und so ist man so gut wie den ganzen Tag damit beschäftigt, hinter Kevin herzulaufen und ihn zu beaufsichtigen. Dies bringt mit sich, daß die ganze Arbeit zu Hause praktisch an einem hängen bleibt denn der Andere kann seine Augen nicht von Kevin nehmen. Es ist mir schleierhaft, daß dies eigentlich ganz gut funktioniert, wenn ich auf der Arbeit bin und Nadine alleine daheim mit dem Kleinen, wenn Chris in der Schule ist. Irgendwie scheint sie einen besseren Draht zu Kevin zu haben wie ich selber obwohl es immer heißt, Papa hier, Papa da, wenn ich dann zu Hause bin.

Also geht die Zeit ins Land, tagein, tagaus. Kevin kann einfach nicht still sitzen und das kann mitunter eine gewaltige Zerreissprobe für die Nerven sein.

Photo credit: Katrin Gilger / VisualHunt.com / CC BY-SA

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