Automobiles Kulturgut und Dummschwätzer

Es ist ja nun wirklich kein Geheimnis mehr, daß ich einen Faible entwickelt habe für ältere Autos und auch Nadine hatte schon immer Gefallen an alten VW Käfern, wovon sie früher schon mal 2 besessen hat, beide irgendwo aus der 60er Jahren.

Es ist doch irgendwo so, daß diese alten Fahrzeuge automobiles Kulturgut sind und deshalb werden sie nach dem aktuellen Stand nach 30 Jahren mit dem H-Kennzeichen geadelt, so sie dann dem Originalfahrzeug von damals entsprechen. Das hat seine Berechtigung denn diese Fahrzeuge dienen dem Erhalt des automobilen Kulturgutes und dienen auch dazu, den jüngeren Menschen zu zeigen, was es damals alles gab und welch geniale Technik damals schon vorhanden war.

Bei unserem Sierra ist es derzeit so, daß er zu der Kategorie Youngtimer gehört mit seinen 22 Jahren, er aber zum jetzigen Zeitpunkt das Potential hat, die 30 zu knacken und bei guter Pflege wird er das auch. Das ist zwar irgendwo eine Umstellung gerade für mich denn die letzten Jahre waren Autos reine Gebrauchsgegenstände für mich. Den Sinneswandel hat bei mir unsere Suche nach einem anderen Wagen ausgelöst, nachdem unser Renault Scenic einfach nicht mehr zu gebrauchen war und eine Reparatur und die Vorbereitung auf den TÜV, welcher im März fällig gewesen wäre, Unsummen verschlungen hätte. Praktisch jedes Auto, was wir angesehen haben war viel jünger als der Sierra aber immer in erbärmlichem Zustand.

Dann kam der Sierra. Nadine war gar nicht begeistert von dem Wagen da sie früher schon mal so einen als Kombi hatte und Bedenken hatte wegen dem Heckantrieb. Aber ich musste den Wagen einfach haben denn das Auto hatte so eine gewisse magische Anziehungskraft auf mich, die ich nicht beschreiben kann. Ich finde einfach, daß der Sierra ein faszinierendes Stück Geschichte des Autobaus ist.

Klar hat der Verkäufer ein klein wenig Mist erzählt, was die Technik und den Gesamtzustand anbelangt, er hat schon das ein oder andere kleine Wehwehchen welches langsam aber sicher zum Vorschein kommt aber alles in allem ist es nichts Tragisches, was sich nicht richten lässt.

Es versteht sich von selbst, daß man auf seiner Arbeit auch über Autos redet, wenn Gleichgesinnte beisammen sind. So redet man natürlich auch darüber, was man mit dem Auto noch so alles vor hat. Das ist dann immer wieder und ganz regelmässig Futter für unseren Meister, einem ewige Vorträge zu halten. Der gute Mann bringt es fertig, mir vorschreiben zu wollen, daß man in so eine alte „Schrottkarre“ wie meinen Sierra allenfalls noch Öl, Kerzen und Wasser rein macht, allenfalls noch neue Reifen und nach 2 Jahren, wenn der TÜV abgelaufen ist hat er seinen Dienst getan und gehört verschrottet. Was der gute Mann in meinen Augen ist, steht ja schon oben im Titel und damit meine ich nicht automobiles Kulturgut. Es war schon immer sein Problem, daß er sich in private Dinge der Mitarbeiter eingemischt hat, die ihn so gar nichts angehen und wenn ich mir seine Vorträge über Kindeserziehung vor Augen führe, wo er doch selber kinderlos ist, bekomme ich Brechreiz. Seine Ausführungen über die angeblichen Schrottkarren zeigen einmal mehr, daß er selbst von Autos keine Ahnung hat und das Potential eines Wagens selbst dann nicht erkennt, wenn es ihm förmlich ins Gesicht springt. Jetzt aber genug aufgeregt über den Mann und zurück zum Kernthema.

Der Sierra wird uns ja nun noch viele Jahre begleiten und ich habe irgendwo auch gar nicht vor, nochmal auf neue Autos umzuschwenken da diese für mich keinerlei Magie besitzen und auch keine Ausstrahlung haben. Was natürlich total genial wäre, wenn ich irgendwann für ganz kleines Geld so eine kleine Halle oder so mieten könnte, um mehrere Autos unterzustellen denn ich habe eigentlich noch recht viel vor. Vorschweben für die Zukunft würde mir noch ein alter VW Käfer als Cabrio und ein Brezelkäfer für den Sommer, ein ganz alter 1er Golf GTI, so einen hatten wir schon mal vor einigen Jahren, ein alter Karman Ghia und weil ich Ford so geil finde noch den ein oder anderen alten Taunus, Capri und Granada. Nicht zu vergessen mein Kindheitstraum, ein uralter Dodge Pickup.

Mir ist schon bewusst, daß einiges davon ein Wunschtraum bleiben wird aber ist es nicht schön, wenn man noch Träume hat ? Mit dem Sierra habe ich nun angefangen, einen Teil meines Traumes zu leben auch wenn es NOCH kein Oldtimer ist. Den Rest wird die Zeit zeigen.

Ein Gedanke zu „Automobiles Kulturgut und Dummschwätzer

  • 22. Dezember 2010 um 13:17
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    Wir hatten mal einen Passat 32B, ein Traum von einem Auto. Ich kann dir nachempfinden was den Reiz an alten Autos ausmacht. Die haben noch Charakter, da sah noch nicht jedes Auto aus wie das andere…

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