Taufe und Kommunion – Tiefe Eindrücke

Daß ich keiner der extremen Kirchengänger bin ist kein Geheimnis. Selbst mein persönlicher Glaube an Gott hält sich in sehr engen Grenzen aber unser Pfarrer Feil hat eine unvergleichliche Art in der er es versteht, einem jedes Mal aufs Neue klar zu machen, um was es im Leben eigentlich wirklich geht. Für einen Pfarrer hat er eine sehr weltliche Einstellung die selbst mich begeistert.

Da er der Pfarrer bei uns im Dorf ist, hat er sowohl die Taufe von Kevin als auch die Kommunion von Christoph gemacht. Allein durch seine besondere Art waren beide Ereignisse von ganz besonderer Bedeutung und einfach unbeschreiblich schön gestaltet. Er selber hält recht wenig von fest vorgegebenen Regeln und so war insbesondere die Taufe etwas ganz Besonderes, einfach eine schöne Zeremonie.

Was mich allerdings in der Zeit vor der Kommunion doch sehr verunsichert hat ist die Tatsache, daß Christoph eines Tages zu uns gekommen ist und gefragt hat, warum man eigentlich Kommunion hat und was es damit auf sich hat. Gewundert hat mich diese Frage vor allem, weil dies eigentlich im Kommunionsunterricht hätte dargelegt werden sollen, zumindest war dies zu meiner Zeit so aber die Zeiten ändern sich und die Katecheten legen ihre Prioritäten wohl in andere Dinge. Sei es drum, wir haben es ihm erklärt, um was es bei der heiligen Erstkommunion geht und er hat es wohl verstanden.

Eines wird am Tag der Erstkommunion aber schnell klar und lässt einen selber zurück blicken in die eigene Kindheit. Es geht an diesem Tag bei den Kindern weniger um die Zeremonie sondern hauptsächlich um die Geschenke und die Kindern scheuern bereits Morgens ungeduldig mit den Hufen bis endlich der Zeitpunkt gekommen ist, um die Geschenke aufzumachen und zu sehen, ob auch wirklich alle Wünsche in Erfüllung gegangen sind oder ob die Erwartungen sogar noch übertroffen wurden.

Kinder leben im Jetzt und denken nicht an Morgen und das ist auch gut so denn das Leben bringt noch genügend Unwegsamkeiten mit sich und so ist es gut, wenn sich die Kinder in Kind sein so lange wie möglich erhalten und von uns Erwachsenen auch möglichst lange als Kind gelassen werden.

Eines wurde mir auch speziell am Tag der Kommunion einmal mehr eindrucksvoll vor Augen geführt. Viele Menschen hier im Dorf leben in einer Scheinwelt die nach außen hin immer ihre Fassade behält und die Fassade hat an vielen Bauten gewaltig angefangen zu bröckeln und es gibt keine Chance, die marode Fassade weiter zu verstecken. So wird aus einer „heilen“ Familie plötzlich ein zerrüttetes Elternhaus und ausbaden dürfen es im Endeffekt die Kinder und das darf einfach nicht sein. Aber das ist wohl der Preis den Kinder bezahlen müssen wenn für die Eltern die Zusammengehörigkeit nur ein schönes Wort auf dem Papier ist und selbst das Beste nicht gut genug.

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