Wenn Grenzen überschritten werden

Keine Angst, es wird kein politischer Artikel werden. Lediglich haben mich einige Dinge beschäftigt die letzten Tage und auch teilweise sehr aufgewühlt weil es Anstrengungen gegeben hat, gesellschaftliche Tabus zu brechen.

Ich schreibe hier aus meiner Sicht als Familienvater und Familienmensch.

Es mag ja durchaus sein, daß ich in gewissen Dingen eine ultra-konservative Einstellung habe aber ich habe eben bestimmte Vorstellungen von Ethik und Moral und so wollen mir einfach gewisse Dinge einfach nicht in den Kopf.

Immer wieder kann man nachlesen, daß Blogger für gewisse Äusserungen Morddrohungen bekommen, sei es, daß sie sich geoutet haben als schwul, lesbisch oder wie auch immer, daß sie sich als Feministinnen zu erkennen geben oder aus der anderen Liga sind, den Maskulisten. Ich will hier keine Wertung vornehmen bezüglich der einzelnen Gruppierungen aber mir will einfach nicht in den Kopf, daß man Menschen für deren Meinungen und Äusserungen mit dem Tod bestrafen will. Ich erinnere mich an meine Jugend und auch an die Zeit, als junger Erwachsener so mit 18 oder 19 als ich mit meiner Clique oft Ärger hatte mit einer türkischen Clique und es da oft Zoff gab. Klar flogen da auch mal die Fäuste und man hat sich gegenseitig auf Deutsch aufs Maul gehauen nur hinterher war dann auch wieder gut und man hat sich wieder vertragen und zusammen einen getrunken.

Das ist verglichen mit der heutigen Zeit Kindergarten gewesen denn gewisse Dinge auch in der Blogosphäre spielen in einer ganz anderen Liga.

Ebenso musste ich lesen, daß eine Gruppierung, ich nenne es bewusst Gruppierung, ein Papier auf den Weg geschickt hat, wo es um die Legalisierung des einvernehmlichen Inzest geht, also daß der vaginale Geschlechtsverkehr zwischen direkten Verwandten nicht mehr unter Strafe stehen soll. Ich will an dieser Stelle nun nicht argumentieren, daß dies dem Kindesmissbrauch in die Hände spielen würde, sehr wohl halte ich so eine Forderung aber als Vater zweier Söhne für ethisch und moralisch so fernab vom rechten Weg, daß mich ein regelrechter Ekel überkommt. Ich will erst gar nicht mehr anfangen, bei dieser Gruppierung von einer Partei zu sprechen denn so etwas überschreitet für mich eine Grenze, die nicht überschritten werden darf. Ich kann es als Familienmensch und Vater einfach nicht nachvollziehen, daß man Forderungen auf den Weg schicken kann wonach plötzlich Bruder und Schwester, Mutter und Sohn, Vater und Tochter oder wie auch immer Sex miteinander haben dürfen ohne daß es bestraft wird denn aus ethischer und moralischer Sicht darf es diese Handlungen einfach nicht geben, selbst dann nicht, wenn diese einvernehmlich sind. Vom biologischen Aspekt mal ganz abgesehen, wenn aus solchen Konstellationen Kinder entstehen mit den bekannten Risiken, denen Inzestkinder unterliegen.

Es wundert mich immer wieder, zu welchen Mitteln gewisse Gruppierungen greifen müssen, nur um im Gespräch zu bleiben und maximale Publicity zu erzielen, selbst wenn diese mehr als negativ ist.

Das macht es einmal mehr als deutlich, daß gewisse Gruppierungen einfach keine Daseinsberechtigung haben denn das hat weder etwas mit Politik zu tun, schon gar nicht unter dem Deckmäntelchen der Familienpolitik denn gewisse Gruppierungen können aufgrund des Durchschnittsalters Familie gerade mal unfallfrei schreiben oder buchstabieren.

Für mich als Familienvater sind Grenzen überschritten und zum Wohle meiner Familie kann ich solche gewissen Dinge einfach nicht gutheissen oder gar unterstützen. Ich will mir auch morgen noch selber in die Augen sehen können aber andere Menschen die solche Dinge gutheissen, haben anscheinend kein Problem damit und das ist einfach nur ekelhaft.

12 Gedanken zu „Wenn Grenzen überschritten werden

  • 23. November 2010 um 20:13
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    Ich bin ja durchaus tolerant, aber mit Inzest habe ich ein grundsätzliches Problem. Eigentlich gibt es das Inzesttabu, welches sich durch familiäre Zusammenhänge herausbildet. Ich weiß nicht, ob es bei Inzest je eine wirkliche Einvernehmlichkeit geben kann, zumal da auch Abhängigkeiten im Spiel sind.

    Bäh.

    Antwort
    • 23. November 2010 um 20:38
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      Ich sehe hier durchaus auch die Gefahr der Manipulation durch Familienangehörige und dann hat es sich in der Tat gehabt mit der Einvernehmlichkeit.

      Antwort
    • 23. November 2010 um 22:18
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      Lies mal bei Nadine auf dem Blog, da kannst du es direkt sehen.

      Antwort
  • 24. November 2010 um 16:02
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    (wieso springt der Tab von Name oben ins suchfeld? ist ja unschön …)

    Zuerst ist mal zu sagen, dieAbschaffung von §173 ist nichts neues, das habe nschon andere Partei-Jugend-Verbände gefordert, unter anderem die Jungen Grünen und die Jungen Liberalen (kann man googlen). Diese sprechen sich aus den selben Gründen für die Abschaffung aus, wie die Piratenpartei dies tut, also sollte man, wenn man so einen Eintrag schreibt, wenigstens die Begründung gelesen haben und ggf. mitveröffentlichen.

    Primär geht es erstmal darum, dass §173 überhaupt im Strafgesetzbuch steht. Man mag mit Moral und Ethik argumentieren können, warum man es verwerflich findet, aber es ist wenn man darüber nachdenkt keine „Straftat“ im eigentlichen Sinne, wenn es einvernehmlich geschieht. Alles andere wird in den Folge-Paragraphen festgelegt, grade was Missbrauch betrifft. Ehebruch wird auch nicht mit Haftstrafe belegt, und ist für mich moralisch und ethisch verwerflich. Zudem ist z.b. gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Brüdern durch §173 sowieso nicht abgedeckt (also legal!), da er nur auf das vaginale abzielt, mit der Prävention von eventuell zukünfigen Kindern mit Behinderungen.

    Dann muss man wissen, dass dieser Praragraph gegen das im Grundgesetz verankerte Recht auf Selbstbestimmung mit §173 im Widerspruch steht. Darf der Staat sich erdreisten, sich per Gesetz zwischen so eine Form der Liebe zu stellen? (nur für den theoretischen fall, das es das gibt, ich weiß manche leute können sich das ja nicht vorstellen). Bei Homosexualität wurde das ja bis vor gar nicht all-zu-langer-zeit genauso gehandhabt … „aber das ist natürlich was ganz anderes“.

    Ich könnte weiter machen, aber ich denke der „Grundgedanke“ ist klar geworden.
    Persönlich finde ich die Aufnahme eines solch läster-trächtigen Themas für mehr als unglücklich für eine junge Partei, zumal man einfach zu vielen damit auf den Schlips tritt, aber vielleicht kann man ja wenigstens den ein oder anderen erhellen, warum man bei sowas überhaupt „pro“ gestimmt haben kann.

    mfg

    Antwort
    • 24. November 2010 um 16:54
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      @woot: Zunächst finde ich es mehr als Merkwürdig Ehebruch und Inzest in einen Vergleich zu schmeissen weil es ist, als wenn man Äpfel und Birnen vergleicht. Daß bereits andere Gruppierungen das Thema aufgegriffen haben ist mir bekannt aber ich sah keine Veranlassung, dies zu erwähnen da für mich persönlich alle Grüppchen nicht mehr alle Latten am Zaun haben, die für die Legalisierung stimmen. In einem gebe ich dir allerdings Recht, der Sex zwischen Brüdern etc. ist nicht strafbar und das finde ich nicht weit genug gedacht denn das sollte in dem Paragraphen ergänzt werden in meinen Augen weil ich Sex zwischen direkten Verwandten generell für moralisch und ethisch bedenklich und ekelhaft finde.

      Wenn man das Recht auf Selbstbestimmung so wörtlich auslegen würde, daß jeder Mensch all seine Handlungen etc. tatsächlich frei bestimmen kann dann hätten wir anarchistische Zustände.

      Zum Thema erhellen, die Leuchten, die auf jemals auf so einen Bullshit gekommen sind, die verbrennen sich hoffentlich ihre Griffel an dem Thema.

      Abgesehen davon, nur weil wir zu den wenigen Ländern gehören, wo der einvernehmliche Inzest verboten ist, heisst das noch lange nicht, daß die anderen Länder es richtig machen.

      Abschliessen will ich hier mit einem Zitat eines von mir geschätzten Menschen, der sich ebenfalls zu den Forderungen bezüglich Inzest geäussert hat :

      Dem degenerierten Verhalten dieser Menschen nach zu urteilen, entstammen Sie wohl alle einem inzestiösen Verhältnis…

      Antwort
  • 24. November 2010 um 16:16
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    übrigens kannst du die Länder in Europa, in denen einvernehmliche, sexuelle Beziehungen
    zwischen Verwandten verboten sind, an einer Hand abzählen (ohne flax!).

    Antwort
  • 24. November 2010 um 18:31
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    Ich finde es gut und richtig, dass Alex diese Thematik aufgegriffen hat. Auch der Argumentation kann ich gut folgen.

    @w00t Sie kann ich nicht verstehen, ich verstehe nur, dass Sie offensichtlich nichts von dem Thema verstehen. Also keinen Einblick haben. In der Tat, wie kann man Ehebruch mit Inzest vergleichen. Man könnte dann auch sagen, was beschweren sich all die mißbrauchten Jungen bloß, bei den alten Römern war Kindersex normal. Ist es aber heute Gott sei Dank nicht mehr.

    Wer sich auch nur einmal mit jemanden beschäftigt hat, der als Junge sexuell mißbraucht wurde, der wird wohl eher nach schärferen Gesetzen rufen als dass er so etwas verniedlicht. Die Jungen haben l e b e n s l a n g daran zu leiden. Und da gibt es keine Einvernehmlichkeit zwischen Eltern und Kinder. Ein Kind kann nicht entscheiden. Ein Kind möchte den Eltern gefallen und weiß gar nicht, was da geschieht.

    Wenn man also Inzest das Wort redet, sollte man genau beschreiben, was man erlauben will. Und alles andere ist verboten.

    Natürlich gibt es die Konstellation, wo zwei erwachsene Menschen sich lieben, obgleich sie Geschwister sind. Hier könnte ich mir eine Öffnung des Verbotes vorstellen, aber nur hier. Nicht zwischen Eltern und Kinder, auch nicht zwischen Eltern und erwachsene Abkömmlinge.

    §173 steht auch nicht in Kollision mit dem Grundgesetz. Weil das Grundgesetz ausdrücklich sagt, dass der Gesetzgeber Normen, die vvom Grundgesetz abweichen, aufstellen kann. Nur so war es auch möglich, die Wehrpflicht einzuführen. Als Soldat verliert man (vorübergehend) sein Recht auf Bestimmung des Aufenthaltortes. Ein Kraftfahrer hat kein Recht, in falscher Richtung eine Einbahnstraße zu benutzen. Wer von einer bestimmten Krankheit befallen ist, muss sich unter Umständen in Quarantäne begeben. Und wer Vater ist, hat keinen sexuellen Anspruch auf den Körper seiner Kinder.

    Antwort
  • 24. November 2010 um 19:11
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    Daß der Sex zwischen Brüdern und/oder zwischen Schwestern in dem Inzest-Paragraphen nicht auftaucht liegt wohl daran, daß damals gleichgeschlechtlicher Sex noch kein Thema war, beziehungsweise ein Tabu-Thema war…

    Antwort
    • 24. November 2010 um 19:24
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      Ich hatte es ja bereits im Artikel erwähnt und woot hat es noch ein wenig konkretisiert, daß es schon andere Jugend-Verbände gefordert haben, die Legalisierung des einvernehmlichen Inzest. Die Problematik, daß in einer Gruppierung wie der Piratenpartei ein solches Positionspapier verabschiedet werden konnte führe ich darauf zurück, daß der Altersdurchschnitt bei den Piraten eben zu großen Teilen sehr tief liegt gemessen an der Masse der Mitglieder anderer Parteien. Anfangs waren die Piraten von den Inhalten her so aufgestellt, daß sich vor allem jüngere Menschen dafür interessierten, auch weil es keine Delegierten gibt und jeder mitentscheiden kann, wohin der Kahn fährt. Das Bild hat sich aber ein wenig gewandelt und man versucht sich jetzt auch in Familienpolitik und Arbeitsmarktpolitik wobei viele Mitglieder noch gar nicht die Möglichkeit hatten, mal über den eigenen Tellerrand zu blicken da sie einfach noch viel zu jung sind um begreifen zu können, was es bedeutet, für eine eigene Familie und eigene Kinder zu sorgen, geschweige denn, was der Arbeitsmarkt tatsächlich braucht. Um so weniger wundert es mich daher, daß solch junge Gruppierungen laut werden mit solchen Rufen da man aufgrund seiner jugendlichen Unbedarftheit einfach keinen blassen Dunst von der tatsächlichen Tragweite solcher Dinge wie Inzest hat.

      Antwort
  • 24. November 2010 um 19:19
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    @Hermann:
    §174 StGB und §176 StGB – read it.

    @Alex:
    Wenn du deine Argumentation ersthaft so vertrittst, würde ich liebendgern
    mit der selben Einstellung ein Statement über Homosexualität lesen…

    Ich hab leider keine Zeit für ausschweifende Antworten,
    aber auch ich ende gern mit einem Zitat:

    „Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht.“

    Antwort
    • 24. November 2010 um 20:27
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      @woot: Ein Statement zur Homosexualität so sie sich dann nicht zwischen Bruder und Bruder, Schwester und Schwester oder anders geartet zwischen direkten Verwandten abspielt ist schnell gegeben von mir. Jeder muß selber entscheiden, ob er als Mann Männer oder Frauen liebt und als Frau Frauen oder Männer. Der eigentliche Kern ist der, daß es für mich nie in Frage käme, etwas mit einem Mann anzufangen und dazu muß ich nicht einmal probieren. Wenn andere Männer oder Frauen aber drauf stehen und es ihnen nach dem eigenen Geschlecht ist, dann bitteschön.

      Antwort

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