Loveparade und die Haftung

Ich hab mir die letzten Tage mal ein wenig Gedanken gemacht über die Haftungsfrage im Falle des Unglücks auf der Loveparade in Duisburg.

Daß die Ermittlungen noch andauern ist bekannt und es ist auch bekannt, daß dieser Zustand vorraussichtlich noch viele Wochen andauern wird. Ohnehin ist noch nicht abzusehen, ob sich im Endeffekt ein eindeutiger Schuldiger ausmachen lässt.

Fest steht bis dato lediglich, daß seitens der Stadt Duisburg und deren Genehmigungsapparat und auch Herrn Schaller gravierende Fehler im Sicherheitsmanagement gemacht wurden. Das ist mehr als offensichtlich.

Fest steht in meinen Augen auch, daß den Hinterbliebenen der Toten und auch den ganzen Verletzten ein womöglich jahrelanger Rechtsstreit ins Haus steht denn freiwillig bezahlt auf der einen Seite keine Versicherung so ohne weiteres und wenn die Herren und Damen Anwälte der Versicherungen auch nur die Spur eines Mauslochs entdecken, dann wird versucht, die Sache möglichst auszusitzen.

Die andere Seite ist natürlich ein Herr Schaller, seines Zeichens in diesem Fall der Geschäftsführer der Lopavent GmbH. weiterlesen »

Duisburgs OB Sauerland lehnt Verantwortung weiter ab

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland kämpft weiterhin gegen die Vorwürfe nach der Katastrophe bei der Loveparade. Er besteht darauf, keine Genehmigung für die Techno-Party unterschrieben zu haben. Das sagte er der «Bild»-Zeitung.

NRW- Ministerpräsidentin Hannelore Kraft forderte in der «Rheinischen Post» indirekt den Rücktritt von Sauerland. NRW-Innenminister Ralf Jäger zeigte sich in den ARD-«Tagesthemen» überzeugt, dass die Ermittlungen in Strafverfahren münden würden. Die Verantwortung für die 21 Todesopfer sieht Jäger bei Loveparade-Chef Rainer Schaller. (Quelle – Südkurier)

Jeder will es gewusst haben

Ich finde das krass und beschämend von unserem Qualitätsjournalismus, falls man diesen als Qualität bezeichnen möchte. Da passiert auf der Loveparade in Duisburg ein schreckliches Unglück und hinterher wollen es alle gewusst haben. Spontan fallen dann in den Berichterstattungen Dinge wie Internierungslager, Ballermannisierung und andere Dinge, um mal einige Beispiele zu nennen.

Komischerweise haben viele Journalisten auch nach dem offiziellen Pressetermin noch von der geilsten Megasause des Jahres hinweg über jegliche Landesgrenzen gesprochen. Kaum einer der mitunter peinlichen Schreiberlinge hat Bedenken geäussert und die Vorberichterstattung war praktisch durchweg positiv.

Doch ist das Kind dann in den Brunnen gefallen und die Katastrophe da, dann machen die Zeitungen kräftig Kasse damit weil sich die Ausgaben dann besonders gut verkaufen. Ist ja klar, man wusste es ja schon vorher nur hat kaum einer darüber geschrieben. weiterlesen »

NRW-Regierung: Veranstalter verantwortlich

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen macht laut einem Pressebericht den Veranstalter der Loveparade für die Katastrophe verantwortlich, bei der am Samstag 20 Menschen ums Leben kamen. In dem vorläufigen Bericht, den Innenminister Ralf Jäger (SPD) heute vorstellen will, heißt es laut „Süddeutscher Zeitung“, der Veranstalter habe sich mehrfach über Bedenken der Behörden hinweggesetzt. Nach Informationen der „SZ“ kommen die Sicherheitsbehörden zu der Einschätzung, dass die Lopavent GmbH um den Fitnessunternehmer Rainer Schaller in ihrem Sicherheitskonzept von völlig falschen Berechnungen ausging, wie sich die Besucherströme auf dem Festivalgelände verteilen würden.

Eva Herman rudert zurück

Der hilflose Versuch von Frau Herman mutet gar zynisch an, wenn man sich ihre vorherigen Äusserungen zur Loveparade ansieht. Einmal mehr wird deutlich, daß es diese Person bis heute nicht begriffen hat, worin der Sinn der Loveparade besteht bzw. einmal bestand, als diese noch nicht den reinen Hintergrund des Kommerz hatte. Einmal mehr pocht die Moral-Päpstin Eva Herman darauf, daß es sich um einen allgemeinen Sittenverfall handelt.

Eines wird dabei vor allem deutlich. Frau Herman geht es in ihrer Entschuldigung nicht darum, Aussagen von sich zurück zu nehmen sondern es ist der hilflose Versuch der Schadensbegrenzung an ihrer Person denn Frau Herman sieht einmal mehr ihre Felle davonschwimmen. weiterlesen »