Die Akte Amazon

Wirft man derzeit einen Blick in die sozialen Netzwerke oder schaut man sich allgemein in der Netzgemeinde um, so springt einem neben dem aktuellen Pferdefleischskandal und allerhand Persiflagen zum Papstrücktritt der aktuelle Skandal rund um das größte Onlinekaufhaus Amazon förmlich ins Auge.

Mal wieder denn Kritik an Amazon ist innerhalb den Medien und der Netzgemeinde ja nichts wirklich Neues und der aktuelle Bericht aus der ARD lässt einen Shitstorm gewaltigen Ausmaßes durchs Netz toben. Fast schon im Sekundentakt kommen neue Meldungen über Twitter und Facebook rein und mit den Hasstiraden der Netzgemeinde gegen Amazon könnte man mittlerweile ein ganzes Buch füllen.

Jeder neue Anlauf der Medien gegen Amazon gipfelt immer darin, dass unzählige Nutzer ihre Kundenkonten löschen wollen, um dem größten Onlinekaufhaus der Welt, Amazon, den Rücken zu kehren. Die Vergangenheit hat uns aber bereits gelehrt, dass diese Vorsätze spätestens mit dem folgenden Weihnachtsfest wieder über den Haufen geworfen werden denn dann sind die Weihnachtseinkäufe fernab von Weihnachtsstress und dafür in den heiligen Hallen von Amazon eben doch wieder sehr bequem. Eine treffende Aussage zum Thema lautete ungefähr so : Wer sich über Amazon aufregt, der werfe das erste iPhone. In diesen Worten liegt in meinen Augen ein hohe Brisanz.

Es ist ja allgemein bekannt, dass viele aus der Netzgemeinde gerade die sozialen Netzwerke ausschließlich noch via Smartphone und Tablet nutzen. Will heißen, viele zerreißen Amazon nun via Twitter und Facebook und tippen ihre lustigen Texte dabei in ein bei Foxconn gefertigtes Gerät, wo wir doch alle wissen, dass es bei Foxconn auch alles andere als lustig ist und die Menschen dort wie Dreck behandelt werden.

Der Skandal ist hausgemacht, die Medien bauschen ein Thema auf und die Netzgemeinde stürzt sich wie ein hungriger Wolf drauf. Skandale gab es immer wieder, sowohl bei Amazon, als auch bei Herstellern wie Apple, Samsung etc. und vergessen wir nicht die Empörung der Netzgemeinde, als die Kinderarbeit bei KIK durchs Netz geisterte, oder gar die vollkommene Überwachung der Mitarbeiter bei Schlecker und auch LIDL.

Was ist das Ergebnis eines Shitstorm, welcher im Netz auffackelt ? Amazon wurde zum SEO-König gepusht und freut sich mit kommendem Weihnachtsgeschäft über klingelnde Kassen. Bei den Discountern wie Aldi, LIDL etc. nehmen die Schlangen an den Kassen oft kein Ende und das obwohl seit langem bekannt ist, dass Mitarbeiter dort schlecht bezahlt werden. KIK macht weiter Kasse trotz Skandalen denn Geiz ist geil.

Zu guter Letzt sind da noch die Abnehmer all der bei Foxconn in Teilen gefertigten Smartphones, die Apples, die Samsungs, die Sonys, die was weiss ich noch was alles. Eben die ganzen Schwätzer, die lustige Hasstiraden gegen Amazon in ihr Smartphone tippen, die aber das nächste Phone wieder bei Amazon schießen werden.

Fazit : Das Netz hat einen Shitstorm gewollt und es hat ihn bekommen. Da der Mensch aber ein Gewohnheitstier ist, wird alles beim alten bleiben.

Photo credit: amdolu / VisualHunt.com / CC BY-NC-SA

2 Gedanken zu „Die Akte Amazon

  • 21. Februar 2013 um 08:42
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    Der größte Teil unserer Wirtschaft ist ein „drecksgeschäft“ , ganz einfach weil es Geldgierige Menschen gibt werden die armen ausgebeutet.

    • 21. Februar 2013 um 10:17
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      Ich sehe das ein wenig anders. Die Schuld trägt nicht die Wirtschaft an sich. Es ist nicht die Wirtschaft sondern es sind die Verbraucher die nach immer günstigeren Preisen rufen. Die Wirtschaft kommt lediglich dem Wunsch des Verbrauchers nach. Aber wie immer ist es so einfach mit dem Finger auf die Unternehmen zu zeigen anstatt die Schuld bei sich selber zu suchen. Die Schlangen bei den Discountern etc. zeigen doch deutlich, dass es so ist.

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