Dru(e)ck dich richtig aus – 3D-Drucktechniken gehört die Zukunft

Für viele mag es noch wie Science-Fiction anmuten, aber tatsächlich ist das Drucken von Gegenständen und Maschinenteilen heutzutage schon so weit fortgeschritten, dass es sogar für den Privatgebrauch Anwendungen findet. Denn nicht nur kommen mittlerweile Maschinenteile für industrielle Nutzung oder etwa medizinische Prothesen aus dem Drucker. Die neue Hüfte aus dem Drucker? Klingt abgefahren, ist aber Realität. Auch Alltagsgegenstände wie Tassen oder auch – sicher weniger alltäglich – Handfeuerwaffen lassen sich so vergleichsweise einfach und vor allem funktionstüchtig produzieren. Pistole aus Papier? Klar doch! Neue Handyhülle für das iPhone 6s ? Einfacher geht es kaum.

Dort entsteht eine komplett neue Infrastruktur für Produktionsabläufe, die spannende Möglichkeiten und sicher auch Fragen eröffnet, sowohl für die Industrie als auch für den Heimgebrauch. Die Gerätschaften für solche Verfahren sind sicherlich noch sehr hoch, aber mit der Zeit könnte diese Technik für alle erschwinglich werden, im Grunde sollte sogar sicher sein. Und so werden in der Zukunft in vielen Haushalten vielleicht auch ein 3D-Drucker zu finden sein. Und daran gekoppelt eine Dienstleistungsbranche, die „Druckpläne“ zur Verfügung gegen Gebühr stellt. Generell öffnet sich aber hier ein ganz neues Feld für Querdenker aller möglicher Richtungen, beispielsweise in der Werkstoffforschung, der Chemie, die Werbeindustrie undundund. Sicher wird es hier auch wie beim Internet keine komplett demokratische und freie Nutzung für diese Druckverfahren geben. Dafür kann man hier einfach zu viel Geld herausziehen.

Artikel_Bild_3dprint_01_560pxSo gänzlich abseits der schnöden Produktion ergeben sich aber auch für kreative Köpfe tolle neue Arten, sich künstlerisch auszudrücken. Oder gleich gänzlich neue Kunstformen zu erschaffen. Sicher sind viele schon über diese kleinen, fast lebensechten Skulpturen, die via Rundum-Body-Scan-Verfahren entstehen, gestoßen. Ob aus Papier, Metall oder Polymergips gefertigt, sind diese Repliken perfekt als mal etwas andere Geschenkidee geeignet. Oder eben, um sich selbst ein kleines Denkmal zu setzen. Ob das nun eine nette Spielerei ist oder doch auch noch eine echte Relevanz erlangen wird, sei aber mal dahingestellt. Nun sind die Preise da bei allen Anbietern noch recht hoch, aber wie das so auf dem freien Markt ist, wird auch hier die steigende Nachfrage mehr Konkurrenz erzeugen, die dann einen entsprechenden Preisdruck ausübt.

Eine weitere sehr interessante und vor allem sehr intuitive Möglichkeit für Kunstschaffende stellt der 3Doodler dar. Mit diesem Stift, mittlerweile in mehreren Auflagen erschienen – kann dreidimensional gezeichnet werden. Ähnlich wie bei der bekannten Heißklebepistole wird hier eine im Stift befindliche Stange, in dem Fall spezielles Plastik, erhitzt und per Knopfdruck aus dem Gerät gedrückt. Das Material härtet an der Luft schnell aus, sodass sich feste Strukturen ergeben. So lassen sich je nach Fertigkeitsgrad des Zeichnenden Skulpturen, Gebäude, Fahrzeuge oder Schriftzüge erschaffen. Im Internet und auf speziellen Blogs und Foren findet man da schon eine unüberschaubare Fülle an tollen Werken, die zum Teil kaum mehr vermuten lassen, mit welchem doch eigentlich recht simplen Prinzip diese entstanden sind. Der Kreativität und den Motiven sind hier keinerlei Grenzen gesetzt.

Generell ist 3D-Druck ein Themenfeld, das die Fantasie beflügelt. Um sich die Dimensionen einmal vorzustellen (Wortwitz durchaus beabsichtigt): derzeit wird daran geforscht, ein lebendiges Netz aus funktionierenden Neuronen, also ein Gehirn, im Druckverfahren zu erschaffen. Alles ist möglich.

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