Erneuerbare Energien – Zahlen und Fakten

Die Energieträger, die im menschlichen Zeithorizont als unerschöpflich gelten oder sich schnell erneuern, werden als erneuerbare Energien bezeichnet. Damit sind sie das Gegenteil zu den fossilien Energiequellen, wie beispielsweise Öl, die Millionen von Jahren benötigen, um sich zu regenerieren. Zu den erneuerbaren Energiequellen zählen Sonnen-, Wind- und Meeresenergie, aber auch Erdwärme, Wasserkraft und Energie aus Biomasse.

Strom aus erneuerbaren Energien

Im Bereich der Stromerzeugung leistet Biostrom einen wachsenden Beitrag und immer mehr Verbraucher wählen grünen Strom (mehr Infos im Strom Magazin). Der Anteil der erneuerbaren Energien im Bruttostromverbrauch stieg von 25,4 % in 2013 auf 27,8 % im Folgejahr. 2014 wurden rund 161 Terawattstunden (TWh) aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt – 5,4 % mehr als im Jahr 2013. Somit überstieg die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erstmals die Stromerzeugung aus Braunkohle mit 156 TWh 2014.

Dabei leistet die Windenergie den größten Beitrag, die gegenüber 2013 ein Plus von 4.875 Megawatt (MW) erreichte. Aus Biomasse wurden 2014 49,1 TWh Strom bereitgestellt – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 6 % (2,5 TWh). Verantwortlich für die Steigerung war hierbei die Stromerzeugung aus Biogas (plus 5,6 %) und aus biologischen Abfall (plus 12,7 %).

Strom aus Photovoltaik hat sich gegenüber dem Jahr 2013 ebenfalls um 3,9 TWh auf 34,9 TWh erhöht, ein Plus von 12,6 %. Somit beträgt der gesamte Anteil von Photovoltaik-Strom am Bruttostromverbrauch 6 %. Damit verbunden war allerdings auch ein Rückgang neuer Photovoltaik-Kapazitäten, denn 2014 wurden nur noch ein Viertel der Anlagen von 2012 aufgestellt. Strom aus Wasserkraft liegt an vierter Stelle mit 20,5 TWh und blieb somit in den letzten Jahren konstant. Wenig Strom wurde 2014 aus Geothermie erzeugt – nur 0,11 TWh. (Quelle Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

Wärme aus erneuerbaren Energie bleibt ungenutzt

Auch auf dem Wärmesektor sind eine Reduktion des allgemeinen Wärmebedarfs und ein Umstieg auf erneuerbare Energien unvermeidlich. Die Agentur für Erneuerbare Energien veröffentlichte hierüber eine Analyse über das Thema „Energiewende im Wärmesektor“. In ihr wurden 22 Studien im Hinblick auf ihre Aussagen zur Entwicklung des Wärmemarktes miteinander verglichen. Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, sagt dazu: „Der neue Studienvergleich zeigt, dass die politischen Instrumente und Maßnahmen für die Wärmewende rasch Wirkung entfalten müssen, um die Lücke zwischen den energie- und klimapolitischen Zielen und der tatsächlichen Entwicklung zu schließen“.

Zielsetzung der Energiepolitik ist ein Absenken des Wärmebedarfs im Gebäudebestand um 20 Prozent bis 2020. Bislang sei die Entwicklung allerdings gegenläufig, so Vohrer.

Bild: © istock.com/Robert Ingelhart

Schreibe einen Kommentar