Rezension – Smartphone Wiko Birdy 4G

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Das Wiko Birdy 4G ist das zweite Gerät des französischen Herstellers bei uns im Stall. Genau genommen ist es das Erste hier aus dem Hause Wiko, denn Nadine hatte noch vor mir zugeschlagen.

Seit gefühlt 10 Jahren hatte sie so eine betagtes Touchscreenhandy von Samsung, was mit Smartphone kaum etwas gemein hatte. Das Teil erzeugte keinen Mucks mehr, Ersatz dringend erforderlich.

Genaue Vorstellungen hatte Nadine nicht, was das nigelnagelneue Smartphone können muss. Die Budgetgrenze lag deutlich unter 200 Euro.

Der Gang zu den örtlichen Händlern unseres Vertrauens erwies sich als geeignet, die Auswahl an günstigen Geräten geradewegs beachtlich. Wie man sie kennt, war sie fix angetan von der poppigen Farbe des Wiko Birdy. Da halfen meine Einwände herzlich wenig, dass es für denselben Preis auf dem Papier Besseres vor Ort gab.

Ich war angesichts des aufgerufenen Betrags von 139 Euro mehr als skeptisch. Im Geschäft zeigten sich zwar keine Ruckler beim Durchblättern der vorinstallierten Apps, aber Android war ja dort nahezu nackt, denn Wiko liefert die Geräte annähernd in Vanilla (Stock-Android) aus. Somit war es eher schwierig, ein Urteil darüber zu fällen.

Die technischen Daten (Specs) in Kurzübersicht:

• Wiko Birdy 4G LTE Smartphone
• 4,5 Zoll FWVGA Display
• 1,3GHz Cortex A7 Quad-Core Prozessor
• 5 Megapixel Hauptkamera
• 2 Megapixel Frontkamera
• 4 GB interner Speicher (erweiterbar um bis zu 32 GB)
• 1 GB RAM
• Android 4.4.2 KitKat

Nun, Android ist nicht ganz in der aktuellsten Version vorhanden aber vor allem der geringe Gerätespeicher von 4 GB bereitete mir Sorgen. Ich wusste ja, was ungerootet keinesfalls auf die Speicherkarte gelangt und so könnte das zum Leid werden.

Was soll ich sagen, meine Bedenken lösten sich in Luft auf. Ein LTE-fähiges Handy zu dem Preis ist klasse.

Beginnen wir mit dem Lieferumfang um das Wiko Birdy. Neben dem Smartphone selber liegt der Verpackung ein Datenkabel, Ladegerät, Kurzanleitung, Garantiekarte und Headset bei. Wer erstklassigen Sound erwartet, sollte von den beiliegenden In-Ears wenig Wunder erwarten. In meinen Augen hätte man darauf verzichten können.
Die Verarbeitung ordne ich als gelungen, wertig ein. Es knarzt nichts, die Spaltmaße sind absolut gleichmäßig. Kein Gefühl von minderwertigem Plastikbomber. Die Rückseite ist griffig, die Form ein Handschmeichler.

Ich sehe es nicht zwangsläufig als Nachteil an, wenn ein Akku fest verbaut ist, aber das Wiko Birdy 4G hat einen Wechselakku, der 2000 mAh Kapazität besitzt. »Um Gottes Willen«, höre ich manche schreien.
Es klingt mager. Fakt ist, dass Nadine im Schnitt 3 Tage mit einer Akkuladung auskommt, obwohl WLAN / mobiles Datennetz im Wechsel dauernd an ist. In der Zeit sind zahlreiche Apps über den Zeitraum verteilt im Einsatz. Klar ist sie unter Normalnutzer einzuordnen, weil sie das Gerät nicht ständig in den Händen hat. Diese Akkulaufzeit ist durchaus extrem erstaunlich. Habe ich so noch bei keinerlei anderen Smartphones in der Form gesehen.

Das Display ist ordnungsgemäß in den Rahmen eingepasst, ohne überstehende Kanten, etc.
Obwohl kein HD-Panel verbaut ist, kann man das Bild getrost als knackscharf bezeichnen. Lediglich beim Videostreaming sehe ich einen marginalen Unterschied zu meinem IPS-Screen. Auf Berührungen reagiert der Touchscreen sensibel, präzise und schnell.

Als Prozessor setzt Wiko auf den Cortex A7. Kein High End wie die neuesten Snapdragon, jedoch solide, mit genug Dampf.
Nachdem einige Tage ins Land zogen, füllte Nadine ihr Schätzelein mit zahlreichen Apps. Noch immer läuft alles flüssig, es ruckelt nichts. Bildschirmübergänge sind butterweich. Heiß geliebte Games wie Temple Run, Candy Crush Saga, Subway Surfer sowie viele andere laufen problemlos, ohne zu murren. Generell treten beim Öffnen von Anwendungen keinerlei Verzögerungen auf.

War ich wegen des geringen Gerätespeichers skeptisch, konnte die Speicherkarte meine Bedenken doch über Bord werfen. Von den 5 GB sind noch immer gut 2 GB frei und es ist bereits alles drauf, was drauf musste und sollte.

Gewöhnungsbedürftig war zu Beginn, dass sowohl Powerbutton als auch Lautstärkewippe auf der rechten Seite sitzen. Von Samsung war man es links gewohnt. So greift man am Anfang gerne daneben, wenn man auf Stand-by gehen will. Das ist nur eine Sache der Gewohnheit. Sämtliche Tasten besitzen einen angenehmen Druckpunkt, es wackelt nichts.

Die verbauten Kameras schlagen sich bei dem günstigen Gesamtpaket erstaunlich gut. Natürlich kann man hier keine Wunder erwarten aber für den schnellen Schnappschuss zwischendurch reicht es vollkommen. Bei passablem Licht sind die Fotos weder verrauscht, noch fehlt es ihnen an Details, Tiefenschärfe etc. Eben so eine Knipse für alle Fälle. Sie runden das Ganze ab.

Damit kommen wir zum Ende der Rezension des Wiko Birdy 4G. Wer ein extrem preisbewusstes LTE-fähiges Gerät sucht, das mit ordentlicher Performance für den Normalnutzer punkten kann, wird das Smartphone lieben. Zu dem Preis gibt es derzeit in meinen Augen keine Alternative am Markt, wenn LTE als Feature mit rein gehört. Lasst euch nicht von den, auf den ersten Blick, mageren Daten abschrecken. Sie treffen lediglich auf dem Papier zu denn es steckt mehr drin, als Specs besagen.

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