Tchibo Cafissimo Latte – Süßer die Keime sie klingen

Bildquelle : tchibo.de
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Milch-Systeme an Kaffeemaschinen sind eigentlich eine feine Sache. Sorgen sie doch dafür, dass wir Abwechslung im Genuss verschiedener Kaffeespezialitäten genießen dürfen. Die Freude währt jedoch meistens nicht lange, wenn es das erste Mal an die Reinigung der Systeme geht.

So auch bei der Tchibo Cafissimo Latte. Die Bedienungsanleitung verspricht tägliche Reinigung über das integrierte Spülsystem. Ferner gaukelt die Bedienungsanleitung perfekte Reinigung mittels eines Milchsystem-Reinigers vor.

Hier steckt der Teufel allerdings im Detail. Die Milchkaraffe lässt sich in ihre Einzelteile zerlegen und so wird schnell deutlich, wo genau eine Spülung und auch ein Systemreiniger nicht wirkt. Der Milchauslauf besteht aus einem gummiähnlichen Teil, welches auf einer Kunststoff-Komponente sitzt. Innerhalb des Kunststoffteils befinden sich 2 kleine Stutzen mit Bohrungen. Genau an den Bohrungsrändern bilden sich Milchablagerungen, die weder eine Spülung noch ein Systemreiniger zu entfernen vermag. Das bedeutet unterm Strich, dass sich diese Ablagerungen nur mechanisch per Zahnstocher, kleiner Bürste oder wie auch immer entfernen lassen, was den Wartungs- und Reinigungsauwand der Maschine nach oben treibt. Dieser steht im Verhältnis zu anderen Maschinen aber ohnehin in keinem Verhältnis.

Auch der Auffangbehälter für Kapseln ist so clever gelöst, dass mitunter bereits nach 4 Kapseln Spülwasser aus der Maschine über den Behälterrand fehlgeleitet wird und seinen Weg unter die Maschine sucht. Ist klar, Strom und Wasser sind die besten Freunde.

Das Milch-System in seiner aktuellen Version ist ein perfekter Nährboden für Keime und in meinen Augen so wenig durchdacht. Was den gesamten zu betreibenden Aufwand mit der Maschine angeht, ist zu einem aufgerufenen Preis von 199 Euro Schluss mit lustig. Der gute Geschmack der verfügbaren Kaffeesorten vermag es nicht, über offensichtliche Baumängel und Unzulänglichkeiten hinwegzutäuschen. Ich bin wirklich gespannt, ob der Hersteller hier bei nachfolgenden Maschinengenerationen nachbessern wird.

Fazit zur Maschine: Zum Kaufpreis von 199 Teuronen darfst du mehr putzen und reinigen denn Kaffee genießen. Besitzt man also einen Reinigungs-Fetish, sollte man unbedingt zugreifen. Für mich ist die Maschine als komplette Fehlkonstruktion durchgefallen und weder Tchibo noch Saeco wird auf kommenden Geräten als Name prangern.

Photo credit: Philips Communications / VisualHunt.com / CC BY-NC-ND

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